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Wetterphänomen bei Murnau, Deutschland Wetterphänomen bei Murnau, Deutschland  (ANSA)

Caritas-Weltverbund ruft Klimagipfel zu Durchbruch auf

Caritas Internationalis hat die politischen Entscheidungsträger dazu aufgerufen, den Weltklimagipfel COP26 in Glasgow zu einem Durchbruch bei der Klimafrage zu führen. Dazu sollten sie ihre Klimapolitik an Bedürfnissen armer Menschen ausrichten und den Schutz von Klimamigranten gewährleisten, erklärte der im Vatikan ansässige Welt-Dachverband der Caritasorganisationen.

Die 162 Caritas-Mitglieder des Verbandes - von denen einige bei der COP26 anwesend sein werden - sind auf der ganzen Welt tätig und stehen an vorderster Front, wenn es darum geht, auf die dramatischen Folgen des Klimawandels zu reagieren, die für viele Gemeinschaften großes Leid mit sich bringen.

„Verheerende Stürme, die Versalzung von Wasser und Böden aufgrund des steigenden Meeresspiegels und schwere Überschwemmungen beeinträchtigen nach wie vor viele Regionen", sagt Aloysius John, Generalsekretär von Caritas Internationalis. Der Klimawandel habe „in vielen Teilen der Welt, in denen die Anpassung die größte Herausforderung für die lokale Bevölkerung darstellt, bereits jetzt irreparable Auswirkungen.“ Obwohl sie nicht für die Klimakrise verantwortlich sind, müssten diese Gemeinschaften die Folgen „in Form des Verlusts von Wohnraum, Lebensgrundlagen, Lebensräumen und Infrastrukturen tragen".

Der globale Norden hat sich beim Süden verschuldet

Extreme Wetterbedingungen zwingen immer mehr Menschen in die MIgration, was zu einem Verlust der kulturellen und sozialen Identität in ihren Gemeinschaften führt, so der Generalsekretär von Caritas Internationalis weiter. „Bis heute wird diesen Menschen kein Flüchtlingsstatus oder sonstiger internationaler Schutz gewährt, da ihnen grundlegende Rechte vorenthalten werden, etwa das Recht auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt, in der sie leben können", erklärte Aloysius John. Wie Papst Franziskus in Laudato si' festgehalten habe, „können die entwickelten Länder des globalen Nordens ihre ökologische Schuld gegenüber dem globalen Süden nicht ignorieren". 

Die 26. Klimakonferenz der Vereinten Nationen wurde am Sonntag, den 31. Oktober, in Glasgow eröffnet. Die COP26 gilt gemeinhin als letzte Chance, die Klimaziele von Paris noch zu erreichen. In Paris hatte sich die Staatengemeinschaft vor sechs Jahren darauf geeinigt, die Erderwärmung möglichst auf maximal zwei Grad, besser 1,5 Grad, zu begrenzen. Der britische Präsident der COP26, Alok Sharma, sagte vor dem Plenum, das Fenster, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, schließe sich. 

Aus dem Vatikan ist eine Delegation des Heiligen Stuhles mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin an der Spitze nach Schottland gereist. Parolin soll an diesem Dienstag das Wort in der Versammlung ergreifen.

(vatican news – gs)

01 November 2021, 12:03