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Papst Franziskus Papst Franziskus   (Vatican Media)

Was ist die symptomatische Divertikelstenose des Darms?

Papst Franziskus hatte am Sonntag einen chirurgischen Eingriff am Dickdarm. Die Operation ist gut verlaufen, gab der Vatikan bekannt. Aber was hat der Papst eigentlich genau? Wir versuchen uns als Laien an einer medizinischen Erklärung.

Zuerst hat man Bauchschmerzen. Das kann akut oder chronisch sein. Zunächst ist eine Antibiotika-Therapie das Mittel der Wahl. Wenn die Symptome trotzdem nicht verschwinden, muss der Patient auf eine sogenannte laparoskopische Operation zurückgreifen, also einen Eingriff mittels Schlüssellochchirurgie.

Zum Nachhören - wie geht es dem Papst?

Der Eingriff bei Papst Franziskus, der am Sonntag wegen einer Stenose in das Gemelli-Krankenhaus in Rom eingeliefert wurde, sei die Lösung, die gewählt werde, „wenn die Entzündung der Divertikel mit einer medikamentösen Therapie nicht behoben werden kann“. Das erläutert Giovanni Milito, Professor für Chirurgie des Verdauungssystems und Verdauungsendoskopie an der Universität Tor Vergata in Rom. Wenn der Eingriff jedoch geplant wurde, bedeute dies, dass der Patient bereits in Behandlung sei und daher nicht plötzlich zu einer dringenden Operation gezwungen werde. Das sei bei Papst Franziskus der Fall gewesen.

Laut den von der spanischen Nachrichtenagentur EFE zitierten Experten seien „Divertikel“ kleine Hernien in der Dickdarmwand mit einem breiten Spektrum klinischer Probleme wie Blutungen, Entzündungen (Divertikulitis) oder den damit verbundenen Komplikationen (Obstruktion oder Perforation).

Pathologie sehr verbreitet

Gemäß den Experten sei es so, dass diese gesundheitlichen Probleme am häufigsten im unteren Teil des Dickdarms vorkomme. „Diese Pathologie ist in der westlichen Bevölkerung sehr verbreitet und die Rate nimmt mit dem Alter zu; sie tritt bei zehn Prozent der Menschen über 40 und bei 50 Prozent der über 60-Jährigen auf“, fügt der Professor hinzu.

„Ab dem 50. Lebensjahr“, so empfiehlt Milito, „sollte sich jeder zur Vorsorge alle fünf Jahre einer Darmspiegelung unterziehen. Um Verstopfung zu vermeiden, eine der Ursachen für die Bildung von Divertikeln, ist es gut, sich ballaststoffreich zu ernähren. Auch sollte viel Wasser getrunken und beim Essen auf scharfe Gewürze verzichtet werden. Wir müssen auch versuchen, ein gewisses Maß an körperlicher Aktivität beizubehalten. Wir dürfen nicht vergessen, dass Divertikel asymptomatisch sind und wir sie haben können, ohne es zu wissen.“

(il messaggero – mg)

05 Juli 2021, 09:54