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Heiligenstatuen auf den Kolonnaden des Petersplatzes Heiligenstatuen auf den Kolonnaden des Petersplatzes 

Vatikan weist Vorwurf der versuchten Korruption zurück

Der Heilige Stuhl hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach ein hoher Würdenträger Geld für die Beschleunigung eines Verfahrens zur Seligsprechung des italienischen Politikers Aldo Moro gefordert haben soll. Ein Verfahren für den 1978 ermordeten Moro sei am Vatikan überhaupt nicht anhängig.

Das stellte die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen in einer Mitteilung klar, die der Vatikan am Dienstag veröffentlichte. Ein Journalist namens Nicola Giampaolo hatte am Montag in einer Fernsehsendung des öffentlich-rechtlichen Senders RAI3 behauptet, ihm sei als Postulator des Seligsprechungsverfahrens für Aldo Moro bei einer Begegnung in den Räumen der Kongregation im Juni 2018 Geld abverlangt worden, um die Causa schneller voranzubringen. Die Kongregation erklärte nun, die Betreiber des Verfahrens hätten Giampaolo bereits im April 2018 das Mandat entzogen.

Der Journalist sei wegen zweier anderer, von Moro unabhängiger römischer Seligsprechungsverfahren an der Behörde gewesen, schrieb deren Untersekretär Pater Bogusław Turek in einer eigenen Mitteilung, die der Vatikan ebenfalls veröffentlichte. Dabei habe er Giampaolo auseinandergesetzt, dass beide Kandidaten die Anforderungen für die Aufnahme einer Causa nicht erfüllten. Mit der Causa Moro sei er, Turek, nicht befasst, auch weil sie offiziell noch gar nicht begonnen hat: Die Diözese Rom habe den Heiligen Stuhl bisher nicht um eine Aufnahme des Verfahrens ersucht.

Postulatoren sollen sich nicht vom Geld leiten lassen

Papst Franziskus will mit der Kurienreform unter anderem für mehr Transparenz in den finanziellen Abläufen beim Heiligen Stuhl sorgen. Korruption hat er mehrfach als eines der Grundübel jeder Gesellschaft bezeichnet.

Postulatoren – etwas wie Anwälte im jeweiligen Verfahren – sollten „sich nicht von einer materiellen Sichtweise oder ökonomischen Interessen leiten lassen, nicht ihre persönliche Bestätigung suchen und vor allem all das meiden, was im Gegensatz zur Bedeutung der kirchlichen Arbeit steht, die sie tun“, sagte Franziskus bei einer Begegnung mit Angehörigen der Selig- und Heiligsprechungskongregation 2019. Die Kosten für Selig- und Heiligsprechungsverfahren einschließlich der Honorare für die Postulatoren übernehmen die Antragsteller der jeweiligen Causen, meist Bistümer oder Ordensgemeinschaften.

(vatican news – gs)

13 April 2021, 18:47