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Franziskus letztes Jahr mit Giuseppe Dalla Torre Franziskus letztes Jahr mit Giuseppe Dalla Torre  (@VaticanMedia)

Langjähriger Präsident des Vatikangerichts verstorben

Er kam aus einer adeligen Familie, die schon seit drei Generationen im Dienst der Päpste steht. Bis 2019 war er Präsident des Gerichts der Vatikanstadt. Am 3. Dezember ist Giuseppe Dalla Torre Del Tempio di Sanguinetto in Rom gestorben.

Einen „illustren Juristen, geschätzten Mann der Kultur und treuen Mitarbeiter des Heiligen Stuhls“ nennt Papst Franziskus in einem Beileidstelegramm den Verstorbenen. Er sei der Witwe und der Tochter Dalla Torres nahe in ihrem Schmerz. Dalla Torre, der 77 Jahre alt wurde und der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, habe ein „leuchtendes christliches Beispiel“ gegeben. Ein Requiem für den Richter fand an diesem Samstag im Petersdom statt.

Auch die römische Universität Lumsa in der Nähe des Vatikans äußerte ihr Beileid: Dalla Torre war von 1991 bis 2014 ihr Rektor gewesen. Der 1943 in Rom geborene Dalla Torre hatte nicht nur Jura an der römischen Universität Sapienza, sondern auch Kirchenrecht an der Päpstlichen Lateran-Universität studiert.

 

Er leitete die Vatileaks-Prozesse

Von 1997 bis 2019 war er Präsident des Gerichts der Vatikanstadt und Konsultor verschiedener vatikanischer Dikasterien. Er leitete die Prozesse zu den Vatileaks-Skandalen in den Pontifikaten von Benedikt XVI. und Franziskus, bei denen es um die unerlaubte Veröffentlichung vertraulicher Vatikan-Dokumente ging.

„Papi di famiglia“, „Die Päpste der Familie“: So hieß das letzte Buch Dalla Torres, in dem er vor ein paar Jahren die Geschichte seiner Familie im Dienst der Päpste seit dem heiligen Pius X. zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzählte. Großvater und Vater des Autors arbeiteten für den „Osservatore Romano“ und die Vatikanischen Museen; er selbst hatte schon zu Beginn der achtziger Jahre mit dem Prozess gegen den Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca zu tun.

Der Bruder Giuseppe Dalla Torres, Giacomo, war der letzte Großmeister des Souveränen Malteserordens; er starb im April dieses Jahres.

(vatican news – sk)
 

05 Dezember 2020, 10:59