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Piazza del Campidoglio - Kapitolsplatz in Rom Piazza del Campidoglio - Kapitolsplatz in Rom 

Papst bei ökumenischem Friedensgebet in Rom

Franziskus nimmt kommenden Dienstag am interreligiösen Friedenstreffen von Sant'Egidio teil. Es steht unter dem Motto „Niemand rettet sich allein – Frieden und Geschwisterlichkeit “ und findet in Italiens Hauptstadt Rom statt.

Auf dem Programm steht zunächst ein ökumenisches Gebet in der römischen Basilika Maria in Aracoeli. Anschließend nimmt Papst Franziskus an einer Zeremonie mit Vertretern weiterer Religionen auf dem nahegelegenen Kapitolsplatz teil, wie das vatikanische Presseamt diesen Freitag mitteilte.

Neben Papst Franziskus wird unter anderem der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. erwartet; die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen soll sich per Videobotschaft beteiligen, kündigte die katholische Basisgemeinschaft Sant‘Egidio an. Sie organisiert das interreligiöse Friedenstreffen inzwischen seit mehr als 30 Jahren. 1986 hatte Papst Johannes Paul II. den Weltgebetstag der Religionen für den Frieden im italienischen Wallfahrtsort Assisi gestartet.

Rom, Hauptstadt des Friedens

Am kommenden Dienstag soll nun Rom mit dem internationalen religionsübergreifenden Treffen zur „Hauptstadt des Friedens“ werden. „In einem schwierigen Moment der Geschichte, aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der alten wie neuen Kriege – wie etwa der seit zehn Jahren anhaltende Krieg in Syrien oder der jüngste Krieg in Berg-Karabach – kommt aus dem Herzen Europas das Angebot an die Welt, einen Moment der Besinnung, der Begegnung und des Gebets einzulegen“, erklärte Sant‘Egidio. Das Treffen solle „im Namen des höchsten Guts, des Friedens“ eine Botschaft der Hoffnung für die Zukunft senden.

Ansprachen, Friedensappell und Gedenkminute

Sant'Egidio hat das geplante Programm bereits veröffentlicht. Am Dienstagnachmittag beginnen die Gebete der verschiedenenen Religionen an unterschiedlichen Orten. Papst Franziskus und Patriarch Bartholomaios I. sowie weitere Vertreter der orthodoxen und protestantischen Kirchen suchen dafür gegen 16 Uhr die katholische Basilika Santa Maria Coeli am Kapitolshügel auf.

Um 17.30 Uhr steht die interreligiöse Zeremonie an, zu der die Vertreter der verschiedenen Religionen auf dem Kapitolsplatz zusammenkommen. Sant‘Egidio Gründer Andrea Riccardi soll eine Rede halten; EU-Kommisionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Videobotschaft. Auch Vertreter der verschiedenen Religionen ergreifen das Wort: Sprechen sollen der Oberrabiner Frankreichs, Haim Korsia, der Generalsekretär des „Hohen Komitees der menschlichen Brüderlichkeit" Mohamed Abdelsalam Abdellatif, der japanische Buddhist Shoten Minegishi, Papst Franziskus und der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I.

Zudem wird der Friedensappell 2020, den alle Religionsvertreter unterzeichnen, verlesen. In Gedenken an alle Opfer der Coronavirus-Pandemie und Kriege ist eine Schweigeminute geplant. Papst Franziskus will zudem gemeinsam mit den Vertretern der anderen Religionen ein Friedenslicht entzünden.

Zur Schlußzeremonie erwartet werden auch Vertreter der internationalen Politik; aus Italien etwa Staatspräsident Sergio Mattarella, Innenministerin Luciana Lamorgese und Außenminister Luigi Di Maio.

Online dabei sein

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist die Teilnehmerzahl vor Ort beschränkt. Sant‘Egidio überträgt in verschiedenen Sprachen, darunter auch Deutsch, das interreligiöse Friedenstreffen aus Rom online.

(vatican news /pm - sst)

16 Oktober 2020, 15:22