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Wasser kann nützlich oder schädlich sein Wasser kann nützlich oder schädlich sein  (ANSA)

Vatikan: Wasser ist für Leben und Spiritualität wichtig

Zum kirchlichen Schöpfungstag, der am 1. September begangen wird, weist der für Umwelt-Fragen zuständige Vatikan-Beauftragte auf die Bedeutung des Wassers hin. Tebaldo Vinciguerra ist Laie, Familienvater und arbeitet beim vatikanischen Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen. Wir sprachen mit ihm.

Mario Galgano und Manuella Affejee – Vatikanstadt

Wasser tauche in der Bibel oft als Anlass von Beziehungen auf, als Ausgangspunkt für den menschlichen Kontakt und Austausch, so Vinciguerra im Gespräch mit Radio Vatikan. Es gebe dort zwar Brunnen, die von Konfliktdynamiken sprächen, doch auch das Wasser als Element der Beziehung und des Friedens. 

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„Wir sehen zum Beispiel in der Heiligen Schrift Brunnen, die verstopft werden, es gibt Anschuldigungen wegen eines Brunnens... Aber letztlich ist es die Tatsache, dass man sich um etwas herum trifft, das für das menschliche Leben, für das Vieh, wesentlich ist, das eine Gesellschaft, ein Zusammenleben, den Frieden dank der Erinnerung hervorbringt. Es ist der Lauf der Zeit. Es ist der Jakobsbrunnen, es ist der Brunnen unserer Väter, wie es im Alten Testament heiß. Das Wasser wird als Element der Begegnung, des Gedächtnisses und des Friedens bezeichnet, das Jesus benutzt. So zeigt sich, wie wichtig das Wasser ist. Jesus benutzt es, um von seinem eigenen Kommen zu sprechen. Er ist derjenige, der durstig ist, doch das Wasser löscht unseren Durst nicht endgültig, wir werden immer noch durstig sein.“

Wir brauchen Wasser

Man brauche also ständig Wasser – im spirituellen wie im körperlichen Sinne, so Vinciguerra weiter. Und er schlug die Brücke in die Gegenwart.

„Die Quelle des Lebens ist im Wesentlichen durch die heutige Umweltverschmutzung bedroht. Nicht alle Verschmutzungen werden durch menschliche Aktivitäten verursacht, denn einige Verschmutzungen können natürlich auftreten - wenn wir zum Beispiel über Brackwasser sprechen. Wasser kann in den Abwasserkanälen der Städte durch bestimmte Chemikalien aus der Landwirtschaft oder der Pharma- und Industriewelt verschmutzt werden, auch die Gewinnung bestimmter Ressourcen - Bergbau und Ölvorkommen - auf dem Land wie in den Meeren kann Wasser verunreinigen.“

Da in vielen Ländern immer noch sehr große Sorge über das Coronavirus herrsche, sei der biblische Satz, ,seine Hände in Unschuld waschen' sehr aktuell, fügt Vinciguerra an.

„Wir müssen uns bewusst sein, dass dies nicht immer gelten kann. Wir können auch jetzt, in der gegenwärtigen Situation, nicht einfach wegschauen. In vielen Ländern, selbst in Krankenhäusern oder Gesundheitszentren, sind Hygiene, angemessene sanitäre Einrichtungen und effektive Toiletten nicht garantiert. Dies ist eine große Herausforderung. Ohne Wasser ist es schwierig, Kinder zu gebären, Kranke zu versorgen oder eine Epidemie zu bekämpfen, Angehörige der Gesundheitsberufe, Seelsorger, Patienten und ihre Familien zu schützen. Und dies ist ein vorrangiges Arbeitsfeld für die Kirche, zu diesem Zeitpunkt, aber schon seit vielen Jahrhunderten, da die katholische Kirche im Gesundheitssektor wirklich eine Vorreiterrolle spielt.“

Tag der Schöpfung

Papst Franziskus griff die Idee des orthodoxen „Tages der Schöpfung“ für jeweils den 1. September auf und führte 2015 einen katholischen Gebetstag ein, um jedes Jahr aufs Neue Ja dazu zu sagen, „Beschützer des Werkes Gottes“ zu sein. Sein Ansinnen, weltweit einen jährlichen Gebetstag für die Schöpfung am 1. September einzuführen, hatte der Papst in einem Schreiben an Kardinal Peter Turkson (Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden) und Kardinal Kurt Koch (Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen) vom 6. August 2015 bekundet.

(vatican news)

31 August 2020, 11:47