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Carrie Lam, Chef der Exekutive von Hongkong, nimmt in Hongkong an einer Zeremonie zum Hissen der Flagge anlässlich des Jahrestags der Übergabe Hongkongs an China von Großbritannien teil Carrie Lam, Chef der Exekutive von Hongkong, nimmt in Hongkong an einer Zeremonie zum Hissen der Flagge anlässlich des Jahrestags der Übergabe Hongkongs an China von Großbritannien teil  

Kardinal Tong: Die Wahrung der Einheit ist der Schlüssel

Mit Blick auf die Anwendung des chinesischen Sicherheitsgesetzes in Hongkong betet Kardinal Tong, dass „die Herde und der Hirte“ zusammen halten werden.

Sr. Bernadette Mary Reis, fsp - Vatikanstadt

Eine Stunde vor Mitternacht des 30. Juni traten in Hongkong die neuen Sicherheitsgesetze in Kraft. Der Zeitpunkt ist bedeutend. Mit dem Schlag um Mitternacht würde Hongkong den 23. Jahrestag seiner Unabhängigkeit von der britischen Herrschaft feiern. Mit dem jetzt in Kraft getretenen Sicherheitsgesetz versucht China, Dissens, Terrorismus und ausländische Einmischung sowohl auf dem Festland als auch in Hongkong einzudämmen.

Einheit ist die Priorität der Kirche

Angesichts dieses Ereignisses ist die Botschaft von Kardinal Tong, dem Apostolischen Administrator von Hongkong, die eines Hirten. Einigkeit steht für ihn an erster Stelle. Die Diözesanzeitung „Kung Kao Po“ zitiert Kardinal Tong mit den Worten vom 28. Juni: seine erste Priorität sei „die Wahrung der Einheit in der Kirche“. Er bezog sich dabei auf Jesu eigenes Gebet für die Einheit in der Nacht vor seinem Tod: Jesus „betete beim Letzten Abendmahl zum himmlischen Vater, dass 'sie eins seien' (vgl. Johannes 17:11)“. Kardinal Tong teilt die Hoffnung, dass die Nation unabhängig von der Haltung Einzelner „vereint stehen kann“.

Religionsfreiheit

In einem früheren Interview ging der Kardinal auf das Thema Religionsfreiheit ein. In diesem Zusammenhang äußerte er die Überzeugung, dass „das Gesetz über die nationale Sicherheit keine negativen Auswirkungen auf die Religionsfreiheit haben wird“. Er begründete diese Überzeugung mit der Tatsache, dass „Artikel 32 des Grundgesetzes die Freiheit des religiösen Glaubens und die Freiheit, öffentlich zu predigen, religiöse Tätigkeiten auszuüben und daran teilzunehmen“, garantiert.

Darüber hinaus erklärte er, dass die Kirche nach wie vor in der Lage sein sollte, sich an den „sozialen Angelegenheiten“ der Nation zu beteiligen. Er appellierte an Artikel 141 des Grundgesetzes, der besagt, dass „die Kommunalverwaltung sich nicht in die inneren Angelegenheiten religiöser Organisationen einmischen oder religiöse Aktivitäten einschränken darf und dass diese weiterhin Schulen und soziale Dienste betreiben dürfen“.

Beziehung zum Heiligen Stuhl

Kardinal Tong erklärte auch, dass die Beziehungen zwischen der Diözese Hongkong und dem Heiligen Stuhl „vielen Menschen ein Anliegen sein könnten“. Der Kardinal erklärte jedoch, dass diese „Verbindung“ „als eine interne Angelegenheit der katholischen Kirche“ betrachtet werden müsse und nicht als eine „Kollusion mit ausländischen Kräften“.

In Bezug auf die Beziehung zwischen China selbst und dem Heiligen Stuhl betonte Kardinal Tong, dass „es einen freundschaftlichen Austausch zwischen China und dem Heiligen Stuhl gegeben hat, und unsere Kirche konzentriert sich auf die spirituelle Dimension und die Seelsorge der Gemeindemitglieder“.

(vatican news - mg)

02 Juli 2020, 10:29