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Touristen auf dem Petersplatz Touristen auf dem Petersplatz  (Vatican Media)

Vatikan: Präventivmaßnahmen wegen Coronavirus intensiviert

Das Coronavirus stoppt nicht das Leben und den Alltag im Vatikan. Die Hilfe für die Obdachlosen, die Eingänge zur Apotheke und zum vatikanischen Supermarkt sind offen, aber mit gewissen Einschränkungen, wie uns der Vizeleiter der vatikanischen Gesundheitsbehörde sagt.

Mario Galgano und Massimiliano Menichetti – Vatikanstadt

Außer der am vergangenen Freitag festgestellten Infektion eines Besuchers des vatikanischen Gesundheitszentrums gibt es im Moment keine weiteren Fälle von Coronavirus-Infektionen im Vatikan. Dies bestätigt Professor Andrea Arcangeli, der stellvertretende Leiter der Direktion für Gesundheit und Hygiene des Governatorats des Staates der Vatikanstadt, gegenüber Radio Vatikan. 

Zum Nachhören

„Zur Präzisierung: der Betroffene ist weder ein Bewohner des Staates der Vatikanstadt noch ein Angestellter des Vatikans. Es handelt sich um eine Person, die unsere Gesundheits- und Hygienedirektion aufgesucht hatte, um sich im Hinblick auf eine Anstellung ärztlich untersuchen zu lassen. Als am nächsten Tag Symptome auftraten, ging der Betroffene direkt zur römischen Gemelli-Klinik, wo er berichtete, dass er am Vortag im Vatikan gewesen war. Wir wurden vom Gemelli-Krankenhaus informiert. Nach dieser Nachricht haben wir nachts eine Dringlichkeitssitzung einberufen, um die Menschen zu schützen, die in engem Kontakt mit ihm standen, und beschlossen, die Aktivitäten der Gesundheitsfürsorge auszusetzen, um die Räumlichkeiten zu desinfizieren. Natürlich wurde die medizinischen Wache und der Erste-Hilfe-Dienst nicht geschlossen, die den Bewohnern und Angestellten des Vatikans zur Verfügung stehen.“

Wie der vatikanische Pressesaal in einer Mitteilung bekannt gab, sind auch die Vatikanischen Museen, die „Scavi“, sowie die Päpstlichen Basiliken bis zum 3. April geschlossen.

Risiken im Vatikan

Als Kleinstaat mit einigen tausenden Mitarbeitern sei das Risiko der Verbreitung des Virus dennoch groß, gibt Arcangeli zu bedenken.

„Wir haben die Situation seit dem ersten Ausbruch in der norditalienischen Region Lombardei mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Wir haben Ablaufprotokolle für unsere Ärzte und Krankenpflgeger entwickelt und Verhaltensrichtlinien für Bewohner und Angestellte im gesamten Staat der Vatikanstadt ausgearbeitet. Diese orientieren sich an den von den Gesundheitsbehörden des italienischen Staates erarbeiteten Protokollen und setzen sie entsprechend der Entwicklung der Situation um. Was die Organisation unseres Gesundheitsdienstes betrifft, so haben wir innerhalb unseres Erste-Hilfe-Dienstes eine Methode entwickelt, die es uns ermöglicht, potenziell gefährdete Personen herauszufiltern und dabei den Kontakt mit anderen Personen zu vermeiden. Dazu nutzen wir eine mobile Erste-Hilfe-Struktur wie das vor unserem Gebäude geparkte Wohnmobil.“ 

Die Ratschläge, die Professor Arcangeli gibt, um die Verbreitung des Virus zu vermeiden, sind dieselben, die die italienischen und internationalen Gesundheitsbehörden und Ärzte, die auf Virologie und Infektionskrankheiten spezialisiert sind, seit vielen Tagen wiederholen:

„Insbesondere sind Händewaschen und Desinfektion entscheidend, um Infektionen zu verhindern. Die Hände müssen mindestens 30 Sekunden lang mit Seife und Wasser gewaschen werden, man kann aber auch ein hydroalkoholisches Gel verwenden; ein weiterer grundlegender Aspekt ist, engen Kontakt mit Personen zu vermeiden und mindestens einen Meter Abstand voneinander zu halten. Vermeiden Sie also überfüllte Orte und Situationen, die einen engen Kontakt fördern können, wie zum Beispiel in einem Aufzug. Darüber hinaus haben wir Menschen, die Symptome wie Fieber und Atembeschwerden in Verbindung mit trockenem Husten und Erkältungssymptomen aufweisen, geraten, nicht in die Praxis der medizinischen Wache zu kommen, sondern sich telefonisch an den medizinischen Dienst zu wenden und einen Hausbesuch zu beantragen. Auch hier gilt es, Situationen zu vermeiden, in denen der Kontakt mit anderen Menschen die Infektion verbreiten könnte.“

Der Zutritt zur Apotheke sei bereits seit vielen Tagen eingeschränkt und begrenzt, um zu verhindern, dass sich zu viele Menschen auf dem Apothekengelände aufhielten. Es wurde eine Kontrolle eingeführt, um sicherzustellen, dass die Anzahl der Personen in der Apotheke eine bestimmte Zahl nicht überschreitet. Zusätzlich wurde zum Schutz der Vatikan-Apotheker und Kunden eine Glasscheibe auf dem Ladentisch angebracht, um den direkten Kontakt zwischen dem Apotheker und dem Kunden der Apotheke zu verhindern.

(vatican news)

09 März 2020, 11:01