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Eine Frau mit Kind in einem Slum in Karachi, Pakistan Eine Frau mit Kind in einem Slum in Karachi, Pakistan  (ANSA)

US-Ökonom: Papst will „globalen Dialog“ über Nachhaltigkeit

Als wichtige Stimme im Kampf gegen die soziale Ungleichheit würdigt der US-amerikanische Ökonom Jeffrey Sachs Papst Franziskus. Radio Vatikan sprach mit dem Direktor des UNO-Netzwerkes „Sustainable Development Solutions“ am Rande einer Vatikan-Konferenz zu Solidarität und internationalen Finanzen.

Marietta Trendl und Fausta Speranza - Vatikanstadt

In einer Rede an die Teilnehmer des Seminars hatte der Papst am Mittwochnachmittag eine gerechtere Wohlstandsverteilung in der Welt angemahnt und von der Finanzwelt „Brücken der Solidarität“ eingefordert.  In seiner Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ von 2015 habe Franziskus sich explizit an die Welt und nicht allein an Religionsvertreter gerichtet, erinnerte Sachs. Es gehe dem Papst darum, einen „globalen Dialog“ zu initiieren, ein globales Bewusstsein zu schaffen. In diese Kategorie gehöre auch eine weitere Initiative, die Ende März in der Stadt des heiligen Franz von Assisi in Italien stattfindet und die vom Vatikan in Zusammenarbeit mit dem Konvent der Franziskaner-Minoriten ausgerichtet wird. Sachs:

Ein globaler Dialog 

„Der Weg, der vor uns liegt, beginnt mit einem globalen Bewusstsein. Mit dem Verständnis für die Notwendigkeit eines ethischen Rahmens für die Wirtschaft. Papst Franziskus hat für Ende März hunderte junger Wirtschaftswissenschaftler aus der ganzen Welt ins italienische Assisi eingeladen, um ,die Wirtschaft des Franziskus‘ vorzustellen – eine wichtige Gelegenheit, um neue moralische Grundlagen für die Lehre der Wirtschaftswissenschaften zu schaffen, die wir wirklich brauchen.“

Zum Nachhören

Sachs ist überzeugt davon, dass der Kongress „The Economy of Francesco“ (die Wirtschaft des Franziskus) wichtige Weichen stellen kann, wenn es darum geht, die Weltwirtschaft ethischer zu gestalten und soziale Ungleichheit zu bekämpfen. Junge Unternehmer und Wirtschaftswissenschaftler aus aller Welt wollen bei dem Treffen in Assisi über Modelle der Nachhaltigkeit sprechen.

Eine andere Volkswirtschaft

Sachs sieht die Forderungen des Papstes nach einer „integralen menschlichen Entwicklung“ mit dem Bemühen der Vereinten Nationen um nachhaltige Entwicklung in Einklang. Es gehe hier grundlegend um Inklusion und Menschenwürde: „Es bedeutet, dass unsere Volkswirtschaften nicht nur produktiv, sondern auch sozial integrativ sein sollten. Die UNO sagt: ,Lasst niemanden zurück‘, und die Kirche fordert ,Würde für alle Menschen‘ und Respekt für die Umwelt.“

Sachs war einer der Wirtschaftsfachleute, der diese Woche am Vatikanseminar „Neue Formen der solidarischen Geschwisterlichkeit, Inklusion, Integration und Innovation“ teilnahmen. Zudem sprach er an diesem Donnerstag auf einer Vatikankonferenz zum Globalen Bildungspakt, die ebenfalls von der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften veranstaltet wird.

(vatican news – mt/pr)

06 Februar 2020, 11:16