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Italien: Kurienbischof kritisiert Salvini

Der italienische Kurienbischof Nunzio Galantino greift den rechtsgerichteten Politiker Matteo Salvini an. Dessen Slogan „Italiener zuerst“ sei „ausgesprochen heuchlerisch“, sagte der Präsident der päpstlichen Güterverwaltung Apsa im Interview mit der Zeitschrift Famiglia Cristiana.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

„Natürlich hätten Politiker nicht mehr so viel Zulauf, wenn sie das ‚Italiener zuerst‘ ersetzen würden durch ein Handeln, das an ‚Bedürftige zuerst‘ orientiert wäre“, so der Bischof. Der frühere Innenminister Salvini ist Vorsitzender der Rechtspartei Lega, die in Umfragen immer wieder an der Spitze der Beliebtheitswerte steht.

„Die Worte, die heute dominieren, und die Töne, die dabei benutzt werden, zeigen uns, dass wir in einer Art kollektivem Schlaf der Vernunft leben“, sagte Galantino in Anspielung auf eine berühmte Graphik des spanischen Barockmalers Francisco de Goya.

Bedauern über Negativ-Image des Vatikans in Finanzfragen

Hass blähe noch stärker auf als Hefe, er nähre sich von Ignoranz und gedeihe vor allem „in einem politischen Klima, in dem es an Ideen und Idealen fehlt“. Zwar gebe es gerechtfertigte Ängste, „doch ich sehe auch, mit welcher Gerissenheit diese Ängste instrumentalisiert werden“.

Der Bischof bedauerte in dem Interview auch die Negativschlagzeilen über das finanzielle Gebaren des Vatikans. Wahrscheinlich müsse der Vatikan in diesem Bereich lernen, „besser und mehr zu kommunizieren“ und dabei zu vermitteln, dass der Heilige Stuhl seine Geldgeschäfte nicht „fröhlich und bedenkenlos“ durchführe.

(fam crist)
 

14 Dezember 2019, 11:26