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Kräutler: „Skandal, dass es Gemeinden ohne Eucharistiefeier gibt“

Er ist zufrieden mit der Amazonien-Synode: der aus Österreich stammende Amazonas-Bischof Erwin Kräutler hat im Facebook-Live-Gespräch mit Radio Vatikan eine positive Zwischenbilanz zur Bischofsversammlung gezogen.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Montagvormittag in der Vorhalle zur Aula Paolo VI im Vatikan: die Synodenväter gehen zusammen mit Papst Franziskus und den Gästen der Amazonien-Synode in die wohlverdiente Kaffeepause. Unter ihnen ist auch Bischof Kräutler. Nachdem er mit Papst Franziskus und den Bischöfen aus Brasilien ein Gruppenfoto gemacht hat, kommt er zu uns und erläutert, wie die Gespräche am Vormittag verlaufen sind:

„Was mich besonders beeindruckt hat, war ein Indigener, der gleich zu Beginn der Versammlung gesprochen hatte. Er wurde leider am Samstag während seines Redebeitrages unterbrochen. Doch der gute Kardinal Pedro Barreto hat ihn sofort an diesem Montag als Ersten zu Worte kommen lassen. Auf diese Weise konnte der Redner seine Problematik einbringen. Er kommt aus Ecuador und hat im Namen der Indigenen aus Ecuador und anderen Ländern Amazoniens gesprochen. Das war für uns alle eine richtig gute und klare Stellungnahme, die er abgegeben hat.“

„Die wichtigsten Themen wurden schon angesprochen“

Ein Drittel der Synode ist mittlerweile schon vorbei. Und es wurden bereits die wichtigsten Themen angesprochen, so Bischof Kräutler.

Zum Nachhören

„Für mich ist die Synode wirklich ein Ereignis für Amazonien, gerade weil der Papst diese Region gewählt hat. Wir haben es schon erwartet, aber es kam dann doch schneller als wir dachten. Wir haben uns natürlich vorbereitet und jede und jeder von uns möchte das einbringen, was sie oder er im Herzen spürt, wenn man über Amazonien spricht.“

Konzerne bedrohen natürlichen Lebensraum

Amazonien brauche „neue Wege“ der Evangelisierung, fuhr der frühere Bischof von Xingu fort. Doch genauso wichtig sei das Augenmerk auf die ganzheitliche Ökologie.

„Ich lebe seit 54 Jahre am Xingu. Dieser Fluss ist ein Beispiel, wie man gegen Flora und Fauna sowie gegen die Menschen, die dort leben, vorgegangen ist. Ich denke an den Staudamm in Belo Monte. Und nun soll wahrscheinlich ein kanadisches Unternehmen kommen, das die Goldvorkommnisse in Amazonien schürfen will. Man spricht von tonnenweise Gold. Sie sollen das zwölf Jahre lang machen dürfen. Was für mich ein besonderes Anliegen ist bei dieser Synode: die priesterlosen Gemeinden in Amazonien brauchen Unterstützung. Es gibt 800 kleine Gemeinden, die weder an Ostern noch an Weihnachten oder anderen Hochfesten einen Priester haben. Sie haben nur Wortgottesdienste. Dass die Eucharistiefeier dort nicht gefeiert werden kann, ist ein Skandal.“

Das dürfe so nicht weitergehen, meint Bischof Kräutler, der fürchtet, damit den aggressiv missionierenden Pfingstkirchen Tür und Tor zu öffnen. In diesem Zusammenhang sieht Bischof Kräutler die Weihe von Diakonninen als Teil einer möglichen Lösung, wie er im Gespräch betont.

(vatican news)

14 Oktober 2019, 15:15