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Friedensnobelpreis für den äthiopischen Regierungschef Abiy Ahmed Friedensnobelpreis für den äthiopischen Regierungschef Abiy Ahmed 

D/Äthiopien: Kirchliche Stimmen würdigen Abiy Ahmed

Kirchenvertreter haben ihre große Freude über die Entschiedung gezeigt, den Friedensnobelpreis an den äthiopischen Regierungschef Abiy Ahmed zu verleihen.

„Wir Äthiopier sind alle sehr glücklich über die Vergabe des Friedensnobelpreises an Abiy Ahmed. Seine Kernbotschaft ist, dass Einheit in Vielfalt möglich ist“, zitierte das internationale katholische Missionswerk missio München am Freitag Pater Petros Berga, einen engen Mitarbeiter von Kardinal Berhaneyesus Souraphiel in Addis Abeba.

Ahmed sei es gelungen, die Streitigkeiten zwischen den politischen Parteien zu befrieden, indem er sie an einen Tisch gebracht habe, so der Pater. Wo andere mit Waffen ihre Interessen verfolgten, gehe der Premier den Weg des Ausgleichs und des Dialogs.

„Dass er der katholischen Kirche eine derart wichtige Rolle in der Friedensarbeit gibt, ist einzigartig. Die nächste große Herausforderung sind jetzt die bevorstehenden Wahlen. Wenn es gelingt, dass sie demo­kratisch und nach internationalen Standards verlaufen, kann Äthiopien ein Beispiel für ganz Afrika sein. Das ist ein entscheidender Moment, denn wenn wir darin versagen, dann wird der Kurs kaum fortzu­setzen sein.“

„Großes Hoffnungszeichen für viele Menschen“

Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel bezeichnete die Preisvergabe an Abiy Ahmed als „großes Hoffnungszeichen für viele Menschen, die nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent unter Kriegen und Repression leiden“. „Abyis mutiges Handeln verdient großen Respekt und die Unterstützung der Weltgemeinschaft, auch wenn viele Probleme in Äthiopien noch lange nicht gelöst sind", so der Chef des Werks für Entwicklungszusammenarbeit.

Spiegel würdigte ausdrücklich den Friedensschluss mit Eritrea nach 20 Jahren Krieg. Außerordentlich verdienstvoll sei auch die Freilassung Tausender politischer Gefangener durch die Regierung unter Ahmad Abyi und die Einladung an die bewaffneten Oppositionsgruppen, ins Land zurückzukommen und sich freien Wahlen zu stellen.

Der innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz  für misereor zuständige Freiburger Erzbischof Stephan Burger erklärte zur Bekanntgabe des Nobelpreises: „Bei einem Besuch von Hilfsprojekten in Äthiopien konnte ich selbst ganz intensiv erleben, wie wichtig der Friede zwischen den Nachbarvölkern für die Menschen dort ist. Alles, was diesen Frieden voranbringt, kann ich nur ausdrücklich begrüßen und unterstützen. Und die Kirche will dazu ihren Beitrag mit ihren Mitteln und Möglichkeiten leisten.“

(pm – pr)

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11. Oktober 2019, 16:28