Franziskus im Februar in Abu Dhabi mit dem Großscheich von al-Azhar Franziskus im Februar in Abu Dhabi mit dem Großscheich von al-Azhar 

Ayuso verteidigt christlich-islamisches Dialog-Dokument

Der Dialog-Verantwortliche des Vatikans weist Kritik am Dokument über die „Geschwisterlichkeit aller Menschen“ zurück. In dem Text, der im Februar von Papst Franziskus und dem Großscheich der al-Azhar-Universität von Kairo unterzeichnet wurde, werde nicht behauptet, dass alle Religionen gleich seien.

Vielmehr formuliere der Text, dass alle, die Gott suchten, gleiche Würde hätten. Das sagte Bischof Miguel Angel Ayuso, der Anfang Oktober vom Papst zum Kardinal erhoben wird, am Dienstag in Madrid.

Die Unterschiede zwischen den Gläubigen verschiedener Religionen sollten als Motiv der Einheit, nicht der Spaltung gewertet werden, so Ayuso. Der Spanier äußerte sich auf dem 33. Internationalen Friedenstreffen der Religionen; die römische Basisgemeinschaft Sant’Egidio richtete es in der spanischen Hauptstadt aus.

„Der Glaube lässt den Gläubigen im anderen einen Bruder sehen“

Mit der Erklärung zur „Geschwisterlichkeit aller Menschen“ werde eine „neue Seite in der Geschichte des christlich-islamischen Dialogs aufgeschlagen“, hatte der Papst selbst nach seiner Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate gesagt.

Franziskus und Großscheich Ahmed al-Tayyeb hatten das Dokument am 4. Februar 2019 in Abu Dhabi unterzeichnet. Es beginnt mit den Worten: „Der Glaube lässt den Gläubigen im anderen einen Bruder sehen, den man unterstützt und liebt.“

(cath.ch – sk)
 

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18. September 2019, 15:02