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Stefan Walter Hell, Direktor Max Plank Institute for Biophysical Chemistry in Göttingen und Direktor Max Planck Institute for Medical Research in Heidelberg Stefan Walter Hell, Direktor Max Plank Institute for Biophysical Chemistry in Göttingen und Direktor Max Planck Institute for Medical Research in Heidelberg  (Foto: © Bernd Schuller)

Vatikan: Deutscher Physiker wird Mitglied der Papst-Akademie

Papst Franziskus hat den rumäniendeutschen Physiker und Nobelpreisträger Stefan Walter Hell (56) zum Ordentlichen Mitglied der Päpstlichen Wissenschaftsakademie ernannt.

Hells Familie stammt aus dem rumänischen Arad. Er studierte Physik in Heidelberg und spezialisierte sich anschließend auf Mikroskopieverfahren. Neben zahlreichen Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden erhielt er 2014 den Nobelpreis für Chemie. Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften mit Sitz in den Vatikanischen Gärten widmet sich der Aufgabe, naturwissenschaftliche Fortschritte und erkenntnistheoretische Fragen zu erörtern. Ihr gehören rund 80 Mitglieder an, die ohne Rücksicht auf Nationalität oder Glaubensbekenntnis ausgewählt werden.

Derzeitiger Präsident der Akademie ist der Bonner Agrarwissenschaftler Joachim von Braun. Hell forschte unter anderem am European Molecular Biology Laboratory, im finnischen Turku und in Oxford. Seit 2002 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und seit 2017 Direktor des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung in Heidelberg. Daneben hat er Honorarprofessuren in Heidelberg und Göttingen inne. Der Katholik Hell ist verheiratet und hat vier Kinder.

Wir haben ihn telefonisch erreicht und gefragt, wie er die Ernennung aufgenommen hat: 

Stefan Hell: Die Ernennung als Mitglied zur päpstlichen Akademie der Wissenschaften ist eine große Auszeichnung für jeden Wissenschaftler, auch für mich natürlich. Es ist eine sehr erlesene Reihe von Wissenschaftlern und ich verspreche mir den Austausch mit ihnen, aber auch mich einzubringen in die Aufgaben der Akademie.

Radio Vatikan: Haben Sie denn schon Ideen zu Themen, die Sie besonders platzieren möchten?

Stefan Hell:  Die Menschheit ist momenten mit vielen Herausforderungen unterschiedlichster Art konfrontiert. Ich glaube die päpstliche Akademie vereint viele herausragende Experten auf allen Gebieten und der indirekte Austausch mit ihnen kann da sehr fruchtbringend sein. Da kann ich mich mit meinem sehr bescheidenen Rahmen natürlich irgendwie einbringen.

Radio Vatikan: Sie sind selbst ein hoch profilierter Wissenschaftler und haben 2014 den Nobelpreis in Chemie erhalten. Können Sie denn uns Nicht-Wissenschaftlern in einfachen Worten erklären, wofür Sie diesen Nobelpreis erhalten haben?

Stefan Hell:  Ja, ich habe einen Nobelpreis erhalten dafür, dass ich herausgefunden habe, dass das Lichtmikroskop, das die wichtigste Mikroskopieform zur Erforschung lebender Zellen ist, deutlich in seiner Schärfe gesteigert werden kann. Man hat ursprünglich gedacht, dass man damit nur bestimmte Strukturen, Zellenteile sehen kann. Ich habe herausgefunden, dass man die Schärfe bis auf molekulare Skala steigern kann. Das wurde mehr als 150 Jahre lang als unmöglich erachtet und ich habe gezeigt, dass es geht. Es eröffnet viele Anwendungen in der Erforschung der Zelle, was sehr wichtig ist, wenn man verstehen will, wie die Zelle funktioniert, wie Lebewesen sozusagen auf molekularer Skala funktionieren und damit auch sehr wichtig ist für das Verständnis von der Erforschung von Krankheiten.

Radio Vatikan: Wenn Sie dem Papst gegenüberstehen, was würden Sie ihm dann gerne sagen?

Stefan Hell: Ich glaube nicht, dass ich irgendetwas Spezielles auf dem Herzen hätte, das ich sagen würde. Ich würde mich einfach freuen, Ihn kennenzulernen. Er ist sicher eine beeindruckende Persönlichkeit. Und vielleicht ergibt sich dann das Ein oder Andere. 

(vatican news/kna – mg)

22 Juli 2019, 13:25