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Menschenhandel: Papst Franziskus ruft immer wieder zur Sensibilisierung gegen die Geißel der modernen Sklaverei auf Menschenhandel: Papst Franziskus ruft immer wieder zur Sensibilisierung gegen die Geißel der modernen Sklaverei auf  (©yupachingping - stock.adobe.com)

Vatikan: Orientierungshilfe zum Kampf gegen Menschenhandel veröffentlicht

Das neue Vatikan-Dokument „Pastorale Orientierungen zum Menschenhandel“ ist nun auch auf Deutsch verfügbar. Außer umfangreichen Informationen über Ausmaß und Ursachen des Menschenhandels enthält es auch konkrete Anregungen, wie sich Pfarreien und Einzelne dagegen engagieren und den Opfern helfen können.

Die katholische Kirche fordert einen stärkeren Einsatz gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution und andere Formen von Ausbeutung und Sklaverei in aller Welt. Menschenhandel sei ein „verabscheuungswürdiges Übel und eine offene Wunde am Körper der heutigen Gesellschaft“, zitiert eine neue Vatikan-Orientierungshilfe, die am Donnerstag von der Deutschen Bischofskonferenz auf Deutsch veröffentlicht wurde, eine Aussage von Papst Franziskus zu dem Thema.

Ein Aufschrei mit Blick auf die Opfer

Die neue Orientierungshilfe sei zunächst ein Aufschrei mit Blick auf die Opfer, betonte der Kölner Weihbischof Ansgar Puff, der Vizevorsitzende der Migrationskommission der Bischofskonferenz, im Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur: „Wir Christen dürfen keine stummen Hunde sein, wenn Verbrecher Menschen zu Waren degradieren.“ Puff ist Mitglied der vom Papst einberufenen „Santa-Marta-Gruppe“, die sich weltweit zusammen mit Politikern, Juristen, Hilfsorganisationen und Kriminalexperten gegen Menschenhandel einsetzt.

Wer in dem neuen Papier die erschreckenden Informationen über Ausmaß und Hintergründe lese, könne nicht mehr sagen, er habe von nichts gewusst, so Puff. Nach Schätzungen der internationalen Arbeitsorganisation ILO von 2017 seien weltweit 40 Millionen Menschen betroffen, in Deutschland etwa 167.000: „Allein in Europa wurden 2017 damit 25 Milliarden Euro verdient.“ Die Kirche wolle dafür sorgen, dass das Thema nicht weiter verdrängt und heruntergespielt werde.

Zusammenhang zwischen Seenotrettung und Menschenhandel?

Zum oft hergestellten Zusammenhang zwischen Seenotrettung und Menschenhandel sagte der Bischof: „Menschen, die in Not geraten und um ihr Leben kämpfen, darf man niemals aus politischen Gründen untergehen lassen.“ Natürlich müssten aber sowohl die Fluchtursachen als auch verbrecherische Schlepperbanden bekämpft werden. „Aber das darf man nicht durcheinandermischen. Und dass da eine Art Sogeffekt entsteht, wie oft behauptet wird – also dass immer mehr Leute auf die Boote gehen, weil sie ja gerettet werden – , das halte ich für Unsinn.“

Die englische und italienische Version der neuen Orientierungshilfe war bereits am 17. Januar in Rom der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Neben umfangreichen Informationen über Ausmaß und Ursachen des Menschenhandels enthält das 52-Seiten-Papier konkrete Anregungen, wie sich Pfarren und auch jeder Einzelne dagegen engagieren und den Opfern helfen können. Zudem fordert die Kirche Politik und Gesellschaft auf, konsequenter gegen die Profiteure des Menschenhandels vorzugehen.

Kampf gegen den Menschenhandel: eine Priorität von Papst Franziskus

Papst Franziskus räumt dem Kampf gegen Menschenhandel einen hohen Stellenwert ein. 2014 unterzeichnete er mit wichtigen Vertretern anderer Religionen einen Aufruf, die „moderne Sklaverei weltweit bis 2020 und für alle Zeiten abzuschaffen“. Den 8. Februar erklärte er zudem zum Internationalen Tag des Gebets und der Reflexion gegen Menschenhandel.

Das neue Vatikan-Dokument „Pastorale Orientierungen zum Menschenhandel“ steht unter www.dbk.de in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit und kann dort auch als Broschüre (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 219) bestellt werden.

(kap/kna– skr)
 

11 Juli 2019, 14:15