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Papst Franziskus im Mai 2018 bei einer Audienz für die Mitglieder der Päpstlichen Stiftung „Centesimus Annus“ Papst Franziskus im Mai 2018 bei einer Audienz für die Mitglieder der Päpstlichen Stiftung „Centesimus Annus“   (Vatican Media)

Papst-Stiftung zeichnet US-Theologin aus

Die Päpstliche Stiftung „Centesimus Annus“ ehrt die US-Theologin und Wirtschaftswissenschaftlerin Mary Hirschfeld für ihren Beitrag zur katholischen Soziallehre. Wie der Vatikan am Montag mitteilte, erhält sie für ihre Untersuchung von Wirtschaftsmodellen im Licht christlicher Anthropologie die diesjährige Auszeichnung im Bereich „Wirtschaft und Gesellschaft“.

Die Preisverleihung findet am Mittwoch, 29. Mai,  in Rom statt. Als Vorsitzender der Jury wird Kardinal Reinhard Marx die Preisverleihung vornehmen.

Mit der Ausschreibung will die Päpstliche Stiftung „Centesimus Annus“ die Kenntnis der Soziallehre der katholischen Kirche fördern. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung, die besondere Arbeiten zur Vertiefung der katholischen Soziallehre würdigt, wird in diesem Jahr zum vierten Mal vergeben.

Faszinierender Dialog zwischen der Welt der Wirtschaft und der Welt des Glaubens

Wie es in der vatikanischen Mitteilung heißt, bietet Hirschfeld in ihrem Buch „Aquinas and the Market. Towards a humane Economy“ „einen faszinierenden Dialog zwischen der Welt der Wirtschaft und der Welt des Glaubens“. Dabei integriere sie die Auffassungen aktueller Wirtschaftswissenschaftler in eine größere Sicht menschlichen Lebens, wie sie vor allem auf der christlichen Anthropologie des Thomas von Aquin fuße. Die Wirtschaft solle unsere Gesellschaft nicht regieren, sondern das Glück des Menschen anstreben, so ihr Anliegen. Das materielle Wohlergehen beschreibt Hirschfeld als „Werkzeug, das erst durch sein Potenzial, zur Entfaltung des menschlichen Geistes beizutragen, Bedeutung erlangt.“

Unter den früheren Preisträgern auch ein Deutscher

In der Vergangenheit wurde mit „Prinzip Nachhaltigkeit“ auch ein deutsches Werk ausgezeichnet. Verfasser ist der Münchner Sozialethiker Markus Vogt. Weitere frühere Preisträger waren ein Spanier (J. L. Martinez, Ciudadania, migraciones y religion), ein Italiener (S. Zamagni, L'economia del bene commune) und ein Franzose (P. De Lauzun, Finance, un regard chrétien).
Der Preis im Bereich „Journalismus und Social Media“ wird dieses Jahr nicht vergeben.

Hintergrund

Die im Vatikan ansässige Päpstliche Stiftung „Centesimus annus - pro Pontifice“ ist nach der Sozialenzyklika „Centismus annus“ aus dem Jahr 1991 von Johannes Paul II. (1978-2005) benannt. Deren Titel bezieht sich auf das 100 Jahre zuvor veröffentlichte erste päpstliche Sozial-Lehrschreiben „Rerum novarum“ von Papst Leo XIII. (1810-1903), das als Manifest der katholischen Soziallehre gilt.

(vatican news – skr)
 

21 Mai 2019, 11:15