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Petersdom unter grauem Himmel Petersdom unter grauem Himmel 

Vatikan: Argentinischer Kurienbischof des Missbrauchs beschuldigt

Gegen den argentinischen Kurienbischof Gustavo Óscar Zanchetta lagen zum Zeitpunkt seiner Berufung an den Vatikan im Dezember 2017 keinerlei Anklagen wegen sexuellem Missbrauchs vor. Das hat Vatikansprecher Alessandro Gisotti am Freitag klargestellt.

Entsprechende Vorwürfe seien allerdings vergangenen Herbst aufgetaucht. Der amtierende Bischof von Oran in Argentinien sammle derzeit Zeugenaussagen und werde sie an die vatikanische Bischofskongregation übermitteln, hieß es in der Mitteilung weiter. Bis zur Klärung der Vorwürfe sei Bischof Zanchetta, der als Assessor an der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhles wirkt, vom Dienst freigestellt.

Papst Franziskus hatte den damals 49 Jahre alten Zanchetta im Juli 2013 zum Bischof von Oran ernannt. Nach nur vierjähriger Amtszeit reichte der Bischof seinen Rücktritt ein, den der Papst annahm. Drei Monate später, im Dezember 2017, berief Franziskus seinen Landsmann in den Vatikan.

Zanchetta hat keine Leitungsfunktion im Vatikan

Zanchetta habe als Diözesanbischof von sich aus um Entpflichtung gebeten, weil starke Spannungen mit den Priestern des Bistums aufgetreten seien, heißt es nun aus dem Vatikan. Missbrauchsvorwürfe hätten damals nicht im Raum gestanden, vielmehr sei es um autoritären Führungsstil gegangen. Nach einem Aufenthalt in Spanien sei Bischof Zanchetta „wegen seiner Fähigkeiten als Verwalter“ zum Assessor bei der vatikanischen Güterverwaltung APSA bestellt worden. Die Stelle sei im Übrigen nicht mit einer Leitungsaufgabe in der Behörde verbunden.

Sollten sich die Verdachtsmomente aus Argentinien erhärten, gehe der Fall an die Sonderkommission für Bischöfe, heißt es in der Erklärung weiter. Dieses von Franziskus eingerichtete Vatikangremium prüft Vorwürfe von Fehlverhalten gegen Bischöfe.

Die APSA verwaltet die vatikanischen Güter 

Die vatikanische Güterverwaltung APSA fungiert als eine Art Zentralbank für den Papststaat. Zugleich ist sie für die Immobilien im Vatikanbesitz zuständig. Papst Franziskus hatte der Behörde, die beträchtliche Geldflüsse verwaltet, im Juni 2018 „mangelnde Transparenz“ vorgeworfen und mit Bischof Nunzio Galantino an der Spitze neu besetzt. Seinen Landsmann Zanchetta hatte er bereits ein halbes Jahr davor an der APSA installiert. Einen Assessor wies die Güterverwaltung laut Päpstlichem Jahrbuch davor nicht aus.

(vatican news – gs)

04 Januar 2019, 16:18