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Vatikan richtet internationale Beobachtungsstelle für Familienfragen ein

Der Vatikan hat eine internationale Beobachtungsstelle für Familienfragen eingerichtet. Diese solle in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen weltweit ein umfassendes und reales Bild der Situation von Familien erarbeiten, erklärte Kurienerzbischof Vincenzo Paglia, Großkanzler des Päpstlichen Instituts für Ehe und Familie, bei der Vorstellung am Donnerstag im Vatikan. Die Kirche wolle basierend auf den Ergebnissen neue Wege finden, um Familien zu stärken.

Der Vatikan kooperiert bei dem Projekt hauptsächlich mit der katholischen Universität San Antonio de Murcia in Spanien, wo die Beobachtungsstelle auch angesiedelt ist. Maßgeblich beteiligt ist zudem ein internationales Studienzentrum zur Familie in Mailand. Kooperationen mit Institutionen aus Österreich, der Schweiz oder Deutschland gibt es bisher nicht.

Zu den Projektpartnern zählen nach vatikanischen Angaben die Comenius-Universität Bratislava sowie weitere Universitäten und Institute in Mexiko, den USA, Argentinien, Chile, Benin, Kenia, Spanien, Italien, Finnland, Tschechien und Hongkong. Hauptsächlich handelt es sich um katholische Einrichtungen. Der Direktor des internationalen Studienzentrums zur Familie in Mailand, Francesco Belletti, kündigte an, die Beobachtungsstelle wolle neben staatlichen Instituten auch Forscher anderer Konfessionen einbinden. Laut Paglia soll zudem der Caritas-Weltdachverband „Caritas Internationalis“ einbezogen werden.

Themen der Untersuchung sind Belletti zufolge Beziehungsarmut in Familien, aber auch strukturelle und finanzielle Armut. Eine Veröffentlichung von Ergebnissen sei für Mai 2020 und Mai 2021 geplant. Besondere Aufmerksamkeit gelte der Rolle von Frauen und Kindern sowie den Auswirkungen neuer Technologien auf Familien (Website: www.familymonitor.net).

(kap - cs)

06 Dezember 2018, 16:28