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Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur (rechts) Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur (rechts)  (ANSA)

Kardinal Ravasi über Kirchen und Moscheen

Keine schützenswerte Spezies dürfe die Kirche werden, sie solle präsent bleiben, eine Art Hefe für Europa, wo viele Christen ihre Werte und Identität zu verlieren im Begriff sind. Die Kirchen sollten bleiben. Wenn neue Moscheen gebraucht werden, sollten sie neu gebaut werden.

„Wenn in einem Stadtviertel oder in einer Stadt neuer Bedarf an Kultorten für Muslime entsteht, dann muss eine Moschee gebaut werden, unter Beachtung aller notwendigen Nutzungsanforderungen. Es ist schwieriger eine nicht benützte Kirche in eine Moschee umzuwandeln. Diese beiden Kultorte haben zu unterschiedliche Eigenschaften. Aber wenn der Bedarf entsteht, wird eine Moschee ein neues Landmark in einer Nachbarschaft sein, so wie es in vielen amerikanischen Städten der Fall ist.“ Das sagte Kardinal Gianfranco Ravasi, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur in einem Interview mit der römischen Tageszeitung Il Messaggero.


Europa geschockt

Auf die Frage, ob die Verwandlung von Kirche zur Moscheen nicht ein Schock für Europa sei, antwortete Ravasi: „Natürlich: Hier wird immer ein gewisses Ausmaß an Emotionalität im Spiel sein. Auch in Rom gibt es seit vielen Jahren die Moschee am Monte Antenna, und sie regt niemanden mehr auf. Ich würde sagen, dass unter Beibehaltung der historischen und der aktuell vorherrschenden Identität - der christlichen - wir die Zeichen und Symbole schützen müssen. Leider verlieren die europäische Christen ihre Werte und ihre Identität, dabei handelt es sich um ein pastorales, kulturelles und soziales Problem. Wir sind eine Minderheit, aber wir dürfen nicht zu einer Kaste werden, oder leben wie eine schützenswerte Art. Wir müssen präsent sein als Stachel im Fleisch, oder so wie Hefe."

(ansa - hoe)
 

01 Dezember 2018, 11:02