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Der Papst und Indigene Der Papst und Indigene 

UNO/Vatikan: Recht der indigenen Völker auf Selbstbestimmung

„Trotz der erzielten Fortschritte ist das ökologische, kulturelle und spirituelle Erbe vieler indigener Völker nach wie vor bedroht“. Das erklärte Erzbischof Bernardito Auza, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UNO in New York, bei der 73. Tagung der UN-Generalversammlung.

Julia Rosner und Roberto Piermarini - Vatikanstadt

„Ohne Zugang zu ihrem Land sind indigene Völker, insbesondere junge Menschen, oft gezwungen, auf der Suche nach alternativen Arbeits- und Bildungsformen zu migrieren. Das hat zur Folge, dass sich viele indigene Völker in einer prekären Situation der Armut und Verwundbarkeit befinden, da sie mit Diskriminierung und Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche in den Städten konfrontiert sind.“ Das erklärte Erzbischof Bernardito Auza, Ständiger Beobachter bei den Vereinten Nationen, auf der 73. Sitzung der laufenden Generalversammlung in New York. „Trotz der erzielten Fortschritte ist das ökologische, kulturelle und spirituelle Erbe vieler indigener Völker nach wie vor in erheblichem Maße gefährdet“, führte er weiter aus.

Wirtschaftliche und ideologische Kolonisierung

In seiner Rede prangerte der Diplomat die wirtschaftliche und ideologische Kolonisierung an, die unter „dem Deckmantel des so genannten Fortschritts“ verhängt worden sei. Die Menschenrechte der indigenen Völker und die Umwelt, in der sie leben, fänden dabei nur wenig Beachtung.

„Dies ist im Amazonasbecken am deutlichsten zu sehen, wo neue Formen des Abbaus und der Gewinnung von wertvollen Mineralien und anderen Ressourcen durch große Unternehmen und kommerzielle Interessen zu verheerenden Umweltzerstörungen und Entwaldung sowie zum Exodus der Menschen geführt haben. Ebenso haben viele scheinbar gut gemeinte Landnutzungspolitiken und -bewegungen, die auf den Schutz der natürlichen Umwelt und die Erhaltung der biologischen Vielfalt abzielen, zu einer Störung der lokalen Wirtschaft und des Lebens der dort lebenden indigenen Völker geführt”, so Auza.

Weiter forderte er vor der UN: „Wir müssen mit dem historischen Paradigma brechen, das den Amazonas und andere ressourcenreiche Regionen unserer Welt als unerschöpfliche Quellen des Reichtums betrachtet. Wir müssen sicherstellen, dass bei den Bemühungen zur Erhaltung und zum Schutz der natürlichen Umwelt, die Rechte und Lebensgrundlagen der indigenen Völker berücksichtigt werden, die diese Regionen als ihre Heimat betrachten.“

Indigene Völker sollten Protagonisten bei allen Entscheidungen sein, die sie direkt betreffen - wie z.B. das Recht, ihre eigenen Institutionen zu unterhalten. Außerdem sollten sie an den Entscheidungsprozessen des Staates teilnehmen, erklärte Auza. Der Heilige Stuhl seinerseits unterstütze das Recht aller indigenen Völker auf Selbstbestimmung.

Maßnahmen der UNO

In seiner Rede bestätigte der Diplomat zudem, dass die Vereinten Nationen in den letzten zwei Jahrzehnten bedeutende Fortschritte bei der Förderung und dem Schutz der kulturellen Werte, des Erbes und der Menschenrechte indigener Völker gemacht hätten und ihnen die Möglichkeit gegeben hätten, Protagonisten ihrer eigenen kulturellen und sozialen Entwicklung zu werden. Das beste Beispiel sei die Annahme der Allgemeinen Erklärung der Rechte indigener Völker.

Die aktive Beteiligung indigener Völker am Ständigen Forum der Vereinten Nationen für indigene Fragen bleibe ein wichtiges und konkretes Beispiel für Solidarität für die gesamte internationale Gemeinschaft. Dies sei jedoch noch nicht genug, so Auza. „Indigene Völker haben einen immensen kulturellen Schatz und eine Reihe von lebendigen Traditionen, die es zu bewahren und zu verteidigen gilt. Das Verschwinden ihrer Kultur und Lebensweise kann ebenso schwerwiegend, wie der Verlust der biologischen Vielfalt sein. Ihnen zu helfen, ihre Kultur und Traditionen zu bewahren, sollte unsere Verpflichtung bleiben. “

Erinnerung an die Worte des Papstes

Abschließend erinnerte Auza an das, was Papst Franziskus am 19. Januar beim Treffen mit der indigenen Bevölkerung in Puerto Madonado, Peru, gesagt hatte: „Die Anerkennung der indigenen Völker - die nie als Minderheit betrachtet werden können, sondern authentische Gesprächspartner des Dialogs sind, erinnert uns daran, dass wir nicht die Meister der Schöpfung sind. Wir müssen dringend den wesentlichen Beitrag, den sie zur Gesellschaft als Ganzes leisten, anerkennen und ihre Kulturen nicht auf ein idealisiertes Bild eines Naturzustandes reduzieren, geschweige denn auf eine Art Museum einer vergangenen Lebensweise.”

(vatican news)

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13. Oktober 2018, 14:20