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Papst Franziskus mit Kardinal Baldisseri beim Abschluss der Arbeiten der Bischofssynode Papst Franziskus mit Kardinal Baldisseri beim Abschluss der Arbeiten der Bischofssynode  (Vatican Media)

Synode: Papst ruft zu Gebet und Buße auf

Papst Franziskus hat beim Abschluss der Arbeiten der Bischofssynode am Samstagabend zu Gebet und Buße aufgerufen. „Es ist wegen unserer Sünden, dass Anklagen gegen die Kirche erhoben werden“, sagte er in einer improvisierten Rede in der vatikanischen Synodenaula.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Gegenwärtig seien diese Anklagen „sehr stark“. Sie richteten sich gegen die „heilige Mutter Kirche“, die durch die Sünden ihrer Kinder befleckt werde. „Das ist der Moment, um die Mutter (Kirche) zu verteidigen, mit Gebet und Buße“, so Franziskus. „Das ist ein schwieriger Moment, denn unseretwegen greift der Ankläger die Mutter (Kirche) an.“ Die Kirche könne nicht beschmutzt werden, doch wir, ihre Kinder, seien alle schmutzig.

„Synode ist ein geschützter Raum“

Der Papst bedankte sich bei allen, die zum Gelingen der Synode zu Jugend, Glauben und Berufung beigetragen haben. „Ich will einmal mehr betonen: Die Synode ist kein Parlament, sondern ein geschützter Raum, damit der Heilige Geist wirken kann.“

Ausdrücklich kam Franziskus auch auf das Schlussdokument der Synode zu sprechen. „Das Ergebnis der Synode ist kein Dokument – wir haben so viele Dokumente. Ich weiß nicht, was dieses Dokument draußen bewirken wird. Aber in unserem Innern muss es wirken! … Jetzt gibt uns der Geist das Dokument, damit es in unseren Herzen wirke. Wir sind die Adressaten des Dokuments!“ Die Synodenteilnehmer sollten den Schlusstext nicht nur lesen, sondern auch „beten“.

Kardinal Sako zum Papst: „Sie sind nicht allein!“

Zuvor hatte der Bagdader Patriarch Louis Raphael Sako dem Papst im Namen aller Anwesenden für die Einberufung der Synode gedankt. „Wir waren trotz aller Unterschiede unserer Länder, Sprachen und Kulturen geeint“, so der irakische Kardinal. „Die Synode war ein Geschenk für uns und für die ganze Kirche.“

Sako betonte die Einheit „aller unserer katholischen Bischöfe“ mit dem Papst. „Sie sind nicht allein… Gehen Sie mit Mut und Zuversicht voran!“ Der Hinweis des Kardinals, dass das Schifflein Petri „solide gebaut“ sei und deshalb „den Wellen trotzen“ könne, wurde in der Synodenaula mit Beifall bedacht. Auch für seine Bitte, die bedrängten Christen des Nahen Ostens nicht zu vergessen, erhielt Sako Applaus, auch vom Papst selbst.

Synoden-Organisator: „Intensive Tage“

Der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, zog in einer Abschlussrede in der Synodenaula eine sehr positive Bilanz. Das Ausrichten einer Vorsynode, bei der junge Leute den Ton angaben, und der „Austausch mit vielen Interessierten über das Netz“ hätten zu den „starken Momenten“ des synodalen Prozesses gehört. Der italienische Kardinal sprach von „intensiven Tagen“, in denen ein „sehr schönes und plurales Gesicht“ der weltweiten Kirche sichtbar geworden sei.

Stundenlang hatten die Synodenväter auf ihrer letzten Arbeitssitzung über das Schlussdokument abgestimmt. Als der Text an diesem Samstag zunächst in der Synodenaula verlesen wurde, war Beifall aufgebrandet. „Das ist das Ergebnis echter Teamarbeit“, sagte Kardinal Sérgio da Rocha bei der Vorstellung des 60-Seiten-Papiers aus 167 Abschnitten. 364 Verbesserungsvorschläge, die in den letzten Tagen aufgekommen waren, waren in den Text eingearbeitet worden.

Abstimmungsergebnisse veröffentlicht

Der Vatikan veröffentlichte auch die Resultate der Abstimmungen über jeden einzelnen Absatz. Danach wurde in jedem Fall die Zweidrittel-Mehrheit deutlich erreicht. Vergleichsweise schwache Ergebnisse erzielten Abschnitte, in denen es um Frauen, das Gewissen, den synodalen Charakter der Kirche und Sexualität geht. Das Schlussdokument liegt nur auf Italienisch vor, in absehbarer Zeit wird es aber auch eine deutsche Übersetzung geben.

Der Präfekt der vatikanischen Medienbehörde, Paolo Ruffini, betonte nach Abschluss der Synodenarbeiten vor der Presse, dass das Schlussdokument „kein lehramtlicher Text“ sei. Ihm erscheine wichtig, nicht nur einzelne Zitate herauszugreifen, sondern den Text im Zusammenhang zu lesen. Der synodale Prozess solle jetzt in den Ortskirchen weitergehen, „mit den Jugendlichen“.  

Papst schenkt Teilnehmern eine Bronzeplakette

Franziskus hat allen Teilnehmern der Synode zur Erinnerung an die Arbeiten dieses Monats Oktober ein Basrelief aus Bronze geschenkt. Das Werk eines italienischen Künstlers zeigt Jesus mit dem Lieblingsjünger, der an seiner Seite ruht. Die Bronzeplakette wurde nur 460 Mal gegossen – ein exklusives Souvenir.

Hintergrund

Mit einer Messe im Petersdom endet die Bischofssynode am Sonntagmorgen offiziell. Begonnen hatte das Treffen von etwa 270 Bischöfen aus allen Teilen der Welt am 3. Oktober. Als Gäste haben 36 junge Leute an den Beratungen hinter verschlossenen Türen im Vatikan teilgenommen. Am Sonntag wird auch ein Brief der Synodenväter an die Jugend veröffentlicht. Anders als das Schlussdokument wird er auch in deutscher Übersetzung vorliegen.

(vatican news)
 

27 Oktober 2018, 20:34