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Kardinal bestätigt: Papst wäre bereit, Nordkorea zu besuchen

Ein Besuch des Papstes in Pjöngjang? Möglich, aber schwierig, sagt der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Eine solche Reise erfordere „eine gründliche Vorbereitung und Prüfung“, so Parolin gegenüber Vatican News. Der nordkoreanische Führer Kim Jong-un hatte in einem Brief den Papst eingeladen. Diesen Brief überreichte am Donnerstag der südkoreanische Präsident Moon dem Papst.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Eine Reise des Papstes nach Nordkorea könnte den Friedensprozess und die Abrüstung von atomaren Waffen auf der koreanischen Halbinsel fördern. Davon ist die Nummer Zwei im Vatikan, Kardinal Parolin, überzeugt.

„Der Papst hat sich bereit erklärt, nach Pjöngjang zu reisen“, so der Staatssekretär des Vatikans am Rande einer Buchvorstellung in Rom.

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„Kims Wunsch war nur ein erster Ansatz“

„Es ist wahr, was bereits am Donnerstag in der Presse veröffentlicht wurde, und zwar, dass der Präsident Südkoreas dem Papst ein Anliegen des Führers Nordkoreas überreicht hat. Es geht um eine Einladung an den Papst nach Pjöngjang, und der Papst hat seine Bereitschaft dazu erklärt“, so die Worte des Kardinalstaatssekretärs.

Wer nun denke, dass eine Reise unmittelbar bevorstehe oder zumindest die Planung in vollem Gange ist, dem widersprach Kardinal Parolin:

„Wir müssen zunächst abwarten, und zwar bis sich die konkreten Vorstellungen eines solchen Besuches abzeichnen. Der Wunsch des nordkoreanischen Führers war nur ein erster Ansatz“, so Parolin. Jetzt heißt es also abwarten, bis eine offizielle direkte Einladung folgt, und dann wird man weitersehen.

Nachdenken über die Bedingungen für eine solche Reise

Es gehöre dazu, dass auch einige Bedingungen von Seiten des Heiligen Stuhls an dem Besuch geknüpft würden. „Wenn man ernsthaft über die Durchführung dieser Reise nachdenken wird, dann werden wir natürlich auch darüber nachdenken müssen, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um sie durchführen zu können“, sagt Parolin. Welche konkreten Bedingungen er meinte, sagte er nicht. Direkte diplomatische Beziehungen mit Pjöngjang pflegt der Heilige Stuhl bisher nicht, und die Religionsfreiheit sowie die Lage der wenigen Christen im Land sind euphemistisch ausgedrückt „sehr prekär“.

Da stellt sich die Frage, was denn eine Reise des Papstes nach Nordkorea überhaupt bringen sollte. Dazu Kardinal Parolin:

Frieden und Abrüstung in Korea unterstützen

„Ich glaube, der wichtigste Beitrag wäre eine Unterstützung der Friedensbemühungen. Der Besuch des Präsidenten Südkoreas am Donnerstag beim Papst hat bereits diesem Zweck gedient, den Prozess der Befriedung und Abrüstung der Koreanischen Halbinsel zu unterstützen.“

Während ein Papstbesuch in Pjöngjang nicht völlig undenkbar wäre, ist eine weitere Reise bereits dementiert worden. Wie Vatikansprecher Greg Burke am Donnerstagabend bekannt gab, wird Franziskus nicht Taiwan besuchen. Burke bestätigte allerdings eine mündliche Einladung durch Taiwans Vizepräsident Chen Chien-jen an Papst Franziskus. Chen habe die Bitte am Rande der Heiligsprechungsfeier am Sonntag bei der Begrüßung der Delegationen durch den Papst ausgesprochen.

Franziskus war 2014 schon in Seoul

Es ist üblich und höflich, dass Staatsoberhäupter den Papst bei einer Audienz im Vatikan in ihr Land einladen. Umgekehrt ist es üblich und höflich, dass sich der Papst dafür bedankt, was nicht automatisch als eine Bestätigung einer Reise interpretiert werden darf. Normalerweise bedarf es für eine Papstreise der Einladung des Staatsoberhauptes und der Bischofskonferenz.

2014, anderthalb Jahre nach seiner Wahl zum Papst, hat Franziskus bereits Südkorea einen Besuch abgestattet. Dabei feierte er auch eine Messe für den Frieden auf der Koreanischen Halbinsel in der Kathedrale von Seoul.

(vatican news)

19 Oktober 2018, 09:58