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Weltkonferenz über Fremdenhass und Populismus: Papst Franziskus grüßt Kardinal Turkson am Ende der Tagung Weltkonferenz über Fremdenhass und Populismus: Papst Franziskus grüßt Kardinal Turkson am Ende der Tagung  (Vatican Media)

Vatikan: Dem Fremdenhass eine Kultur der Begegnung entgegensetzen

Die christlichen Kirchen haben Diskriminierung und Fremdenhass erneut eine klare Absage erteilt. Vertreter der katholischen und anderer christlicher Kirchen haben dies in einer Schlussbotschaft ihrer mehrtägigen Tagung festgeschrieben. Der Titel der Konferenz lautete: „Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Populismus im Kontext weltweiter Migration“.

Die Konferenz ging an diesem Donnerstag zu Ende. Organisiert wurde sie vom vatikanischen Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen und dem Weltkirchenrat (ÖRK) in Zusammenarbeit mit dem Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen.

Wie Kurienkardinal Peter Turkson, Präfekt des vatikanischen Entwicklungsdikasteriums herausstellte, sei es bei der Tagung weniger um das Migrationsphänomen als solches gegangen, sondern um die Ursachen der Fremdenfeindlichkeit. Um die Frage also, „wie Gastländer mit dem Anderssein der Neuankömmlinge umgehen.“ Dass man die Gesellschaft oft und gerne als „globales Dorf“ bezeichne, spiegle nicht die Realität wider, unterstrich Turkson. Schon Papst Benedikt XVI. habe in seiner Enzyklika „Caritas in veritate“ herausgestellt, dass „uns die zunehmend globalisierte Gesellschaft zu Nachbarn, aber nicht zu Geschwistern“ mache.

Auf die biblischen Wurzeln christlichen Handelns blicken
 

Die Sorgen derer, die sich durch Migranten aus Sicherheitsgründen, wirtschaftlich oder kulturell bedroht fühlten, seien zwar verständlich. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass Menschen auf der Flucht vor Gewalt und Leid im Stich gelassen werden, heißt es in der Schlussbotschaft. Vielmehr gelte es, auf die biblischen Wurzeln christlichen Handelns zu blicken: das Gebot der Gastfreundschaft zeige sich schließlich nicht nur „in der Aufnahme von Fremden durch Abraham und Sarah (Gen 18, 1 - 16)“, sondern auch „in der Lehre der Propheten, ja auch bei Jesus selbst, der sich mit den Fremden identifiziert (Mt 25,35-40) und alle Gläubigen aufruft, Fremde willkommen zu heißen.“

[ Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen! ]

Dem Populismus, der andere unter dem Vorwand des Schutzes christlicher Werte ablehnt und nationale Grenzen „zu Götzen erhebt“, müssten die Gläubigen die „Goldene Regel“ aus dem Matthäusevangelium entgegenhalten (Mt 7,12). Statt einer politischen Strategie zu folgen, die bewusst Ängste schüre, um „die Interessen einer dominanten sozialen oder ethnischen Gruppe zu verteidigen“ gelte es, den „Bau eines gemeinsamen Hauses“ voranzutreiben, in dem alle willkommen sind. Hier seien vor allem die sozialen Netzwerke gerufen, „positive Botschaften“ zu verbreiten und keine „populistischen Hetzreden“, die nur Spaltung bringen.

Aufnehmen, beschützen, fördern, integrieren
 

Wie die Konferenzteilnehmer im Rahmen der mehrtätigen Tagung betonten, habe Papst Franziskus die Mitglieder der Internationalen Katholischen Migrationskommission erst im März 2018 daran erinnert, dass „die Befreiung der Armen, Unterdrückten und Verfolgten heute wie gestern fester Bestandteil der Sendung ist, die Gott der Kirche anvertraut hat.“ In Übereinstimmung mit der Lehre von Papst Franziskus seien die vier Verben aufnehmen, beschützen, fördern und integrieren oberstes Gebot.

Die Kirchen: Orte der Erinnerung, Hoffnung und Liebe
 

Abschließend gaben die Konferenzteilnehmer in ihrer Botschaft der Hoffnung Ausdruck, die Kirchen mögen weiterhin „Orte der Erinnerung, Hoffnung und Liebe“ sein. Nur so könne man den destruktiven Strategien der populistischen Nationalismen entgegenwirken und eine Kultur der Begegnung und des Dialogs verbreiten.

Zum Ausklang der Tagung wurden die Teilnehmer an diesem Donnerstagmorgen von Papst Franziskus in Audienz empfangen. Der Inhalt des Gesprächs, das hinter geschlossenen Türen stattfand, wurde nicht bekanntgegeben.

(vatican news – skr)

20 September 2018, 13:25