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Kongolesen feiern einen Gottesdienst Kongolesen feiern einen Gottesdienst  (AFP or licensors)

Weltweit 1,1 Prozent mehr Katholiken

Mehr getaufte Katholiken, weniger Ordensleute und Seminaristen: Das ist die Bilanz der Kirche für das Jahr 2016. Afrika ist der Kontinent mit dem größten Anstieg der Getauften von 2010 bis 2016, während Europa einen Rückgang der Zahl der Gläubigen verzeichnet.

Das geht hervor aus dem am Mittwoch im Vatikan veröffentlichten Päpstliche Jahrbuch 2018 (Annuario Pontificio) und dem Statistischen Jahrbuch der Kirche für das Jahr 2016.

Wie viele Katholiken gibt es weltweit?

 

Getaufte Katholiken gab es 2015 1,285 Milliarden, ein Jahr später 1,299 Milliarden -  somit ein Gesamtanstieg von 1,1 Prozent.

Im gleichen Zeitraum stieg die Weltbevölkerung etwas stärker als die Zahl der Katholiken, und aus diesem Grund verzeichnet die Kirche im Jahr 2016 eine Präsenz ihrer Mitglieder von 17,67 Prozent im Gesamt der Bevölkerung der ganzen Welt, während im Jahr zuvor die Quote bei 17,73 Prozent lag.

Immer mehr Afrikaner lassen sich taufen

 

Die Katholiken wachsen als Religionsgemeinschaft weiterhin von Jahr zu Jahr, wenn auch langsamer im Vergleich zur Vergangenheit.

Afrika legt zahlenmäßig am stärksten zu: Die Zahl der Katholiken stieg dort in den sechs Jahren 2010-2016 von 185 auf 228 Millionen, was einem Anstieg um gut 23 Prozent entspricht.

In Europa, wo gut ein Fünftel aller Katholiken leben, blieb die Zahl der Katholiken annähernd gleich. Brasilien hält den Rang als Land mit den meisten Katholiken weltweit: knapp 100 Millionen.

Wie sich der Priestermangel auswirkt


Den größten Priestermangel - gemessen an der Zahl der Katholiken pro Priester - gibt es in Südamerika: Dort kommen auf einen Priester 7.200 Katholiken, in Europa sind es 1.600, dazwischen liegen Afrika mit einem Verhältnis von 1:5.000 und Asien mit 1:2.200.

In Europa gibt es auch die kleinsten Bistümer; hier muss ein Bischof im Schnitt nur 13.000 Quadratkilometer bereisen, in Ozeanien sind es über 105.000 Quadratkilometer.

Viele neue Diakone in Asien



Den stärksten Zuwachs an geistlichen Berufen - ein jährliches Plus von rund 2,7 Prozent - verzeichneten die Ständigen Diakone. Allerdings entspricht deren Zahl von 46.312 weltweit nur gut einem Zehntel der Priester.

Die meisten neuen Diakone gab es in Asien, Süd- und Mittelamerika. Ihr relativer Anteil am Klerus ist am höchsten auf dem amerikanischen Kontinent, wo auf 100 Priester fast 25 Diakone kommen, in Europa sind es acht und in Afrika einer.

Mehr Ordensfrauen als Priester

 

Die Entwicklung der Priesterzahlen erlitt zuletzt einen leichten Dämpfer. Stieg sie von 2010 bis 2016 insgesamt um 0,7 Prozent auf knapp 415.000, so war seit 2014 bereits ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Dies liegt vor allem an der sinkenden Zahl von Ordenspriestern.

Gesunken ist zwar auch die Zahl der Ordensfrauen weltweit, von 722.000 auf 659.000; gleichwohl übersteigt ihre Zahl die der Priester insgesamt um fast 60 Prozent.

Wie sieht es mit den Seminaristen aus?



Nachdem die Zahl der Priesterkandidaten zwischen 2010 und 2012 zunächst noch gestiegen war, sank sie seither um insgesamt 3.891. Die wenigsten Berufungen gab es 2016 auf dem amerikanischen Kontinent (5,13 Seminaristen pro 100.000 Katholiken), gefolgt von Europa (6,17 pro 100.000 Katholiken). 

In Afrika stieg die Zahl der Seminaristen 2010 bis 2016 zwar kräftig, aber mit großen nationalen Unterschieden: Einem Zuwachs von 65 Prozent in Madagaskar stand ein Schwund von 13 Prozent in Kenia gegenüber.

(kap – ms)

14 Juni 2018, 08:22