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Ordensfrauen Ordensfrauen  (AFP or licensors)

Vatikan organisiert wieder Konferenz über Frauenrechte

Eine internationale Konferenz über Frauenrechte, die bereits viermal im Vatikan ausgerichtet wurde, findet 2018 erstmals in der benachbarten Jesuitenkongregation statt.

Der Saal am Sitz der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften in den Vatikanischen Gärten sei zu klein geworden, erklärte die Organisatorin Chantal Götz, Geschäftsführerin der Fidel-Götz-Stiftung, am Freitag auf „Kathpress“-Anfrage in Rom. In der Aula der Jesuitenkongregation sei Platz für etwa doppelt so viele Leute, der Ort sei „fast noch Vatikan“ und biete zudem bessere technische Ausstattung.

Bei der Veranstaltung zum Weltfrauentag am 8. März geht es laut der Initiative „Voices of Faith“ (Stimmen des Glaubens) um mangelnde Geschlechtergerechtigkeit in großen Organisationen, darunter auch der katholischen Kirche. „Voices of Faith“ ist eine Initiative der Fidel-Götz-Stiftung, die sich laut eigener Aussage besonders für Frauenrechte einsetzt.

Die eintägige Veranstaltung steht dieses Jahr unter dem Motto „Why women matter“ (Warum Frauen zählen); die Eröffnungsrede soll die ehemalige irische Präsidentin Mary McAleese halten. Mit Blick auf die Jugendsynode im Herbst im Vatikan soll es besonders darum gehen, warum viele junge Leute und Frauen der Kirche den Rücken kehren.

Trotz des generell hohen Interesses habe leider an den bisherigen Veranstaltungen keiner der eingeladenen Kardinäle teilgenommen, beklagte Götz. Es reiche nicht, sich für Frauenrechte auszusprechen, es müssten auch Taten folgen. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die Rolle der Frau in der Kirche und Frauen in Entscheidungspositionen, „basierend auf ihren Erfahrungen, Know-how und Ausbildung - und nicht aufgrund ihres Geschlechts“, so Götz.

Es gebe genügend Möglichkeiten in der Kirche und im Vatikan, Ämter oder Positionen, bei denen es nicht auf die Weihe der Person ankomme, mit Frauen zu besetzen. Zu viele Positionen sind laut Götz in diesem Sinne „falsch besetzt“; darunter leide „die Institution und schlussendlich die Mission der Kirche“.

Ausdrücklich lobte Götz die gute Zusammenarbeit mit dem Jesuitenflüchtlingsdienst, der seit 2016 Partner von „Voices of Faith“ ist. Die Kooperation werde auch dieses Jahr fortgesetzt.

(kap -cs)

26 Januar 2018, 14:06