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Vatican News
Demo vor der US-Botschaft in Beirut Demo vor der US-Botschaft in Beirut  (AFP or licensors)

Jerusalem: Vatikan ruft zu „Weisheit und Vorsicht“ auf

Der Vatikan verfolgt die Eskalation im Nahen Osten weiter mit großer Sorge. In einem ungewöhnlichen Appell fordert er an diesem Sonntag zu „Weisheit und Vorsicht aller Beteiligten“ auf. Eine „neue Spirale der Gewalt“ müsse unbedingt vermieden werden.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Das Statement warnt auch davor, dass sich die Aussichten auf einen Frieden im Palästinenserkonflikt jetzt nachhaltig eintrüben könnten.

Seine Politik zu Jerusalem will der Vatikan nicht ändern; das macht das Statement deutlich, indem es an die UNO-Resolutionen zu Nahost und an die Zwei-Staaten-Lösung erinnert.

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, hat seit Mitte letzter Woche heftige Proteste in vielen Teilen der Welt ausgelöst. Vor allem im Gazastreifen kam es zu Toten und Verletzten.

Hier finden Sie das Statement des Vatikans von diesem Sonntag in unserer eigenen Übersetzung aus dem Italienischen ins Deutsche.

„Der Heilige Stuhl verfolgt die Entwicklungen der Lage im Nahen Osten – vor allem, was Jerusalem betrifft, die für Christen, Juden und Muslimen in aller Welt heilige Stadt – mit großer Aufmerksamkeit. Der Heilige Vater drückt seinen Schmerz über die Zusammenstöße aus, die in den letzten Tagen Opfer gefordert haben, und erneuert seinen Appell an die Weisheit und Vorsicht aller. Er betet inständig darum, dass die Verantwortlichen der Nationen in diesem besonders schwerwiegenden Moment dafür sorgen, eine neue Spirale der Gewalt zu verhindern und in Wort und Tat auf die Sehnsucht nach Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit der Völker dieses gemarterten Landstrichs zu antworten.

Die Sorgen angesichts der Aussichten auf Frieden in der Region führen in diesen Tagen zu verschiedenen Initiativen, darunter Sondersitzungen der Arabischen Liga und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit. Der Heilige Stuhl ist sensibel für diese Sorgen und bekräftigt unter Verweis auf die eindringlichen Worte von Papst Franziskus seine hinreichend bekannte Haltung zum einzigartigen Charakter der Heiligen Stadt und zur Notwendigkeit, dass der Status quo respektiert wird – im Einklang mit den Entscheidungen der internationalen Gemeinschaft und den wiederholten Mahnungen der kirchlichen Hierarchien und der christlichen Gemeinschaften des Heiligen Landes. Zugleich gibt er von neuem seiner Überzeugung Ausdruck, dass nur eine Verhandlungslösung zwischen Israelis und Palästinensern zu einem stabilen und dauerhaften Frieden führen und die friedliche Koexistenz zweier Staaten innerhalb von international anerkannten Grenzen garantieren kann.“

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10 Dezember 2017, 12:00