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Hl. Monika, Mutter des Hl. Augustinus

Hl. Monika, Nicolò di Pietro Hl. Monika, Nicolò di Pietro  (© Musei Vaticani)

Monika wurde 331 in Thagaste im heutigen Algerien geboren. Sie stammte aus einer begüterten christlichen Berber-Familie mit einem kleinen Landbesitz. Erzogen wurde sie, nicht ungewöhnlich für die Zeit, von einer Haussklavin. Ihre Ehe mit Patrizius, einem Heiden, war schwierig. Der Mann war jähzornig und nahm es wohl auch mit der ehelichen Treue nicht so genau. Aber durch ihr freundliches Wesen und die Ruhe, mit der sie ihre Ansichten vortrug, verstand Monika es, seine Achtung zu gewinnen. Ihre Methode des Zuwartens, der Geduld und des Gebets – die sie übrigens auch Freundinnen mit Eheproblemen vorschlug – hatte Erfolg: Der Ehemann nahm den Glauben an Christus an und ließ sich taufen.

Ehefrau und Mutter

Mit 22 Jahren bringt Monika ihr erstes Kind zur Welt, Augustinus. Zwei weitere folgen, ein Junge und ein Mädchen. Mit 39 Jahren wird Monika Witwe und muss sich nun allein um die Verwaltung der Güter ihrer Familie kümmern. Die meisten Sorgen bereitet ihr Augustinus, ein hochbegabter junger Mann mit unruhigem Herzen. Auf der Suche nach der Wahrheit entfernt er sich vom christlichen Glauben und vagabundiert von einer Philosophie zur nächsten. Monika betet ohne Unterlass für diesen „Sohn vieler Tränen“ und versucht ihm zur Seite zu stehen. Als Augustinus nach Karthago zieht, geht sie mit, und sie folgt ihm auch nach Italien, nach Mailand, wo der Rhetoriker Augustinus am Höhepunkt seiner weltlichen Laufbahn seine Zelte aufschlägt.

Ihre mütterliche Liebe und ihre Gebete begleiten die Konversion von Augustinus. Er empfängt schließlich die Taufe vom Mailänder Bischof Ambrosius, entschließt sich, nach Tagaste zurückzukehren und dort eine Gemeinschaft in der Nachfolge Jesu aufzubauen. Wieder bleibt Monika, die Mutter, an seiner Seite. Von Ostia aus wollen die beiden sich Richtung Afrika einschiffen.

Spirituelle Begegnung in Ostia und Tod

Während sie auf das Schiff warten, entspinnt sich zwischen Monika und ihrem Sohn ein langes geistliches Gespräch. Augustinus hält es später in seinen „Confessiones“ (9,10, 23-27) fest.

“Da begab es sich durch dein geheimes Walten, dass wir, die Mutter und ich, allein an ein Fenster gelehnt standen, das eine Aussicht auf den Garten unseres Hauses gewährte, dort in Ostia an dem Tiber war es, wo wir in stiller Zurückgezogenheit nach den Beschwerden einer langwierigen Reise uns zum Einschiffen vorbereiteten; ein trautes liebliches Gespräch war es, wir vergaßen, was dahinten ist, und streckten uns zu dem, was da vorne ist, und forschten unter uns bei der Wahrheit, die da gegenwärtig ist und die du bist, nach der zukünftigen Herrlichkeit deiner Heiligen … so durchwandelten wir im Geiste stufenweise alles Sinnliche, ja selbst den Himmel … Dann drangen wir weiter empor im Bedenken, Besprechen und Bewundern deiner Werke und kamen auf unsern Geist, und auch darüber schritten wir hinaus, um das Gebiet unvergänglicher Fülle zu erreichen, … wo Weisheit das Leben ist, durch welches alles entsteht, Vergangenes und Zukünftiges… Und während wir so redeten und uns nach ihr sehnten, da berührten wir sie leise mit dem vollen Schlage des Herzens…“

Monika fühlt das Ende nahen und bekennt: „Mir, mein Sohn, macht auf dieser Erde nichts mehr Freude. Was soll ich hier noch und warum bin ich noch hier, da meine Hoffnung für diese Welt ihr Ziel erreicht hat? Eins war es sonst, warum ich noch in diesem Leben eine Zeitlang zu bleiben wünschte, daß ich dich noch als guten Christen sähe, bevor ich stürbe. Dies hat mein Gott mir über mein Bitten gewährt, da ich dich jetzt das irdische Glück verachten und Gott dienen sehe. Was soll ich hier noch tun?”

Einige Tage später erkrankt Monika. Sie stirbt mit 56 Jahren, und ihr Leichnam wird in Ostia Antica in der Kirche Sant’Aurea beigesetzt.

Die Reliquien der Heiligen Monika

Die sterblichen Überreste der Heiligen Monika werden über Jahrhunderte in der Kirche Sant’Aurea verwahrt. Heute ist dort nur noch ein Gedenkstein erhalten, da Papst Martin V. im 15. Jahrhundert die Reliquien nach Rom holen ließ, wo sie bis heute in der Basilika des Heiligen Augustinus in Campo Marzio, unweit der Piazza Navona, verehrt werden.