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Hl. Helena

Hl. Helena, Kretische Kunst Hl. Helena, Kretische Kunst  (© Musei Vaticani)

Die niedere Herkunft, die Liebe zu Costantius und die Geburt Konstantins

Helena wurde Mitte des 3. Jahrhunderts als Tochter eines heidnischen Gastwirts in Drepanon – dem heutigen Izmit in der Türkei – geboren. Eine Stadt, die Konstantin zu Ehren seiner Mutter später in Heliopolis umbenennen sollte. Obwohl sie von niederer Geburt war, verliebte sich der junge römische Offizier Constantius Chlorus in das junge Mädchen und ging mit ihr nach Dardanien, in den heutigen Kosovo. In Naissus wurde um 285 der gemeinsame Sohn Konstantin geboren.

Die Verstoßung und das Leben im Schatten

Bevor Constantius mit Einführung der Tetrarchie zum Kaiser des Römischen Reiches ernannt wurde, trennte er sich auf Druck der Kaiser Diokletian und Maximian von Helena, um Theodora zu heiraten, Stieftochter des Maximian. Helena wurde von Konstantin und ihrer Familie getrennt. Sie verlor aber nie den Mut und führte ein Leben im Schatten, während Konstantin am Hof des Diokletian erzogen wurde.

„Augusta“, die Kaisermutter

Nach dem Rücktritt Diokletians und Maximians wurde Constantius 305 selbst Oberkaiser (Augustus). Sein Sohn begleitete ihn auf dem Feldzug gegen die Pikten. Als Constantius im Jahr 306 in Britannien fiel, riefen die britannischen Truppen Konstantin zu seinem Nachfolger aus. Der neue Kaiser rief seine Mutter Helena an den Hof zurück und verlieh ihr den Titel „Augusta“. Nun wurden auch Münzen mit ihrem Bild geprägt und sie konnte als Kaisermutter über den kaiserlichen Schatz verfügen. Doch all diese Ehren machten ihr Herz nicht stolz, im Gegenteil: ihre Nächstenliebe zeigte sich nicht nur in ihren großzügigen Almosen, sondern auch in der Befreiung der Gefangenen aus den Bergwerken und aus der Verbannung. Ihr Glaube spiegelte sich in zahlreichen Werken der Barmherzigkeit wieder, und so fragt man sich, wie sehr die Bekehrung ihrer Sohnes und das Toleranzedikt von Mailand aus dem Jahr 313 wohl von ihr beeinflusst waren...

Die Auffindung des „wahren Kreuzes“ im Heiligen Land

Als Helena schon über siebzig war, soll sie im Traum den göttlichen Befehl erhalten haben, nach Palästina zu reisen, um die Heiligen Stätten zu finden. Auf dieser Pilgerreise ließ sie drei Basiliken errichten: In Betlehem die Geburtskirche, auf dem Ölberg die Himmelfahrtskirche, in Jerusalem die Grabeskirche. Auf dem Hügel Golgotha ließ sie den von den Römern erbauten heidnischen Tempel niederreißen: hier hat man unter den Ruinen das „wahre Kreuz“ gefunden. Die drei Nägel, mit denen Christus ans Kreuz geschlagen wurde, schenkte sie ihrem Sohn: Der Legende nach hat er einen davon in seine Eiserne Krone einarbeiten lassen: sie sollte daran erinnern, dass sich kein Herrscher über die Macht Gottes stellen kann.
Helena starb im Jahr 329, mit 80 Jahren, an einem unbekannten Ort. Ihr Sohn ließ ihren Leichnam nach Rom überführen, wo er in einem ihr geweihten Grabmal beigesetzt wurde. Im 11. Jahrhundert wurde ihr prächtiger Sarkophag in die Lateranbasilika verlegt; heute befindet er sich – leer – in den Vatikanischen Museen.
Der Kult der Helena verbreitete sich in Ost und West, wo er jeweils am 21. Mai und am 18. August gefeiert wird. In der Ikonographie wird sie mit dem heiligen Kreuz dargestellt. Wegen ihrer großen spirituellen Bedeutung steht ihre Statue zusammen mit denen der Heiligen Andreas, Veronika und Longinus im Kuppelraum der Peterskirche in den Nischen der Kuppelpfeiler.