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Hl. Maximilian Maria Kolbe, Franziskaner-Minorit und Märtyrer

Hl. Maximilian M. Kolbe, 1936 Hl. Maximilian M. Kolbe, 1936 

Maximilian Maria Kolbe wurde am 7. Januar 1894 als Kind einer strenggläubigen Arbeiterfamilie in Zduńska-Wola geboren. In Lemberg, dem heutigen L‘viv, besuchte er mit seinem älteren Bruder die Franziskanerschule und trat 1910 in den Orden der Minderbrüder ein. Er wurde zuerst nach Krakau und dann nach Rom geschickt, wo er Philosophie und Theologie studierte. Am 28. April 1918 wurde er zum Priester geweiht.

Die „Miliz der Unbefleckten Empfängnis”

1919 erlitt der seit Kinderzeiten Lungenkranke einen schweren Tuberkulose-Anfall: eine Krankheit, die ihn sein Leben lang begleiten sollte. Mit Genehmigung seiner Vorgesetzten gründete er 1917 in Rom, an der Kirche Santi Dodici Apostoli, die “Miliz der Unbefleckten Empfängnis”, eine durch starke Marienverehrung gekennzeichnete Gebetsgemeinschaft für die Bekehrung der Sünder und Häretiker, die Heimholung der Schismatiker und der Juden, besonders aber für die Bekehrung der Freimaurer. 1922 gründete er in Krakau die Zeitschrift der „Ritter der Unbefleckten“ zur Vertiefung des Glaubens und für die Bekehrung von Nicht-Katholiken. In Grodno, 600 km von Krakau entfernt, gründete er ein kleines Pressehaus, das noch heute existiert. Mit dieser Initiative zog er viele Jugendliche an, die den an Maria inspirierten franziskanischen Lebensstil teilen wollten. Die Zeitung fand schnell Verbreitung. 1927 gründete Kolbe in Teresin auf einem von Fürst Drucki-Lobecki geschenkten Grundstück das Kloster „Niepokalanów“: die „Stadt der Unbefleckten“. Schon bald wurden die ersten Hütten durch richtige Häuser ersetzt, die alten Druckmaschinen durch neue Satz- und Drucktechniken erneuert. Nach 16 Jahren hatte die Zeitung bereits eine Auflage von 1 Million Exemplaren.

Die „Stadt der Unbefleckten“ in Polen und in Japan

Von dem Wunsch beseelt, seine marianische Bewegung über die polnischen Grenzen hinaus zu verbreiten, ging Kolbe nach Japan, wo er in Nagasaki eine „Stadt der Unbefleckten“ gründete: hier sollten die Opfer der ersten Atombombe Zuflucht finden. Er arbeitete mit Juden, Protestanten und Buddhisten zusammen, weil er wusste, dass Gott die Samen der Wahrheit in jede Religion streut. Auch in Ernakulam, in Indien, eröffnet er ein Haus. Schon bald aber machte seine Krankheit die Rückkehr nach Polen erforderlich.

Niepokalanów, Zuflucht für Flüchtlinge und Juden

Nach dem Überfall der Deutschen auf Polen am 1. September 1939 befahlen die Nazis die Auflösung des Klosters von Niepokalanów. Nur 40 Franziskaner blieben, und das Zentrum verwandelte sich in einen Ort, an dem Verwundete, Kranke und Flüchtlinge untergebracht wurden. Am 19. September wurde Pater Kolbe mit den anderen Ordensbrüdern von der Gestapo verhaftet, aber schon bald wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie kehrten nach Niepokalanów zurück und nahmen ihre Hilfstätigkeit für Juden und Flüchtlinge wieder auf. Im Februar 1941 wurde er nach neuerlicher Verhaftung nach Auschwitz deportiert. Auf den Arm bekam er die Nummer 16670 tätowiert. Man verlegte ihn zu den Juden, weil er Priester war und setzte ihn für den Transport der Leichen zum Krematorium ein.

Das Glaubensbekenntnis im Hungerbunker

Seine Priesterwürde imponierte den Gefangenen, machte ihnen Mut. Ende Juli wurde er in Block 14 versetzt, wo die Gefangenen der Landarbeit zugewiesen waren. Einem von ihnen gelang die Flucht, und als Vergeltungsmaßnahme sollten 10 Häftlinge mit dem Leben büßen. Beim Appell bot Pater Kolbe sein Leben für das eines Familienvaters an – Franz Gajowniczek –, und wurde mit neun anderen Unschuldigen in den Hungerbunker gesperrt. Die Verzweiflung der Verurteilten wurde zum gemeinsamen, von Pater Kolbe geführten Gebet. Nach 14 Tagen waren nur noch vier am Leben, darunter Pater Kolbe. Die Wärter beschlossen, ihrer Qual ein Ende zu setzen und verabreichten ihnen eine Giftspritze. Am 14. August reichte Max Kolbe seinen Henkern den Arm; seine letzten Worte waren: „Ave Maria“.

Franz Gajowniczek, der Mann, dem er das Leben gerettet hat, war sowohl bei seiner Seligsprechung (durch Papst Paul VI., 17. Oktober 1971) als auch bei seiner Heiligsprechung (10. Oktober 1982 durch Papst Johannes Paul II.) anwesend.