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Hl. Polykarp, Bischof von Smyrna, Märtyrer

Hl. Polykarp Hl. Polykarp 

Polykarp von Smyrna, dessen Leben bis in die Zeit der Urkirche zurückreicht, wurde um das Jahr 69 geboren Die Lehre Christi hat er noch von den Aposteln selbst erhalten. So schreibt sein Schüler Irenäus von Lyon, dass er „nicht nur durch die Apostel unterwiesen worden war und mit vielen sprach, welche Christus gesehen hatten, sondern auch von den Aposteln in Kleinasien als Bischof der Kirche von Smyrna eingesetzt worden“ sei (Adversus Haereses III,3,4; Historia Ecclesiastica IV,14,3,4). Erste Erwähnung findet Polykarp im Martyrium des Polykarp, den Märtyrerakten mit historischen oder legendarischen Berichten über die frühchristlichen Märtyrer. Als Bischof von Smyrna war Polykarp vor allem darum bemüht, die Lehre der Apostel zu bewahren, sie unter den Heiden zu verbreiten und Häresien zu bekämpfen. Irenäus beschreibt ihn als einen begnadeten Prediger und wohltätigen Bischof, der sich vor allem durch seine Fürsorge für Witwen und Sklaven auszeichnete.

Die Freundschaft mit Ignatius von Antiochia

Im Jahr 107 traf Polykarp in Smyrna mit Ignatius von Antiochia zusammen, der zur Hinrichtung nach Rom gebracht werden sollte. Berühmt sind die sieben sogenannten Ignatiusbriefe an die Gemeinden, denen Ignatius auf seinem Weg begegnet ist. Von Troas aus sandte er an Polykarp ein Dank- und Ermahnungsschreiben, in dem der Bischof von Smyrna sehr gepriesen wird. Bekannt ist auch der Brief des Polykarp von Smyrna an die Philipper, in dem die Ignatiusbriefe erwähnt und Paulus als das ideale Vorbild aller Christen bezeichnet wird. Um das Jahr 154 reiste Polykarp nach Rom, um mit Papst Anicetus die Frage des Osterdatums zu klären. Die östliche Kirche feierte damals Ostern am jüdischen Paschafest, die westliche Kirche am ersten Sonntag danach. Es kam zwar zu keiner Einigung, die Beziehungen zwischen den Kirchen blieben aber freundschaftlich.

Märtyrer mit 86 Jahren

Als die grausame Christenverfolgung unter Kaiser Antonius Pius auch Smyrna erreichte, wurde Polykarp verhaftet. In seinen Märtyrerakten heißt es, dass er vor den Statthalter geführt wurde und seinem Glauben abschwören sollte: „Sei doch vernünftig, denk an deine grauen Haare! Verfluche den Gekreuzigten!“, bedrängte ihn der Richter. Doch der greise Bischof blieb standhaft: „Sechsundachtzig Jahre habe ich dem Gekreuzigten in Treue gedient. Nie tat er mir ein Leid an. Wie kann ich da meinem Herrn und Heiland lästern?... Höre noch einmal vor allem Volk, dass ich ein Christ bin!“. Da ließ man ihn ins Feuer werfen, heißt es in den Märtyrerakten weiter: Doch als das Urteil vollstreckt werden sollte, „wichen die Flammen vor dem Leib des Märtyrers wie in Ehrfurcht zurück und umhüllten ihn wie ein Segel, so dass der Scheiterhaufen wie ein Schiff aussah, das den Heiligen zum Himmel trug…. Die Menge staunte bei diesem Anblick, bis schließlich einer von den Henkern auf den Holzstoß sprang und Polykarp den Dolch ins Herz stieß.“ Als Datum des Martyriums des greisen Polykarp, der bis zuletzt Zeugnis ablegte für beispielhaften Bekennermut und Christustreue, wird der 23. Februar 155 angegeben.