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Franziskus empfängt nach der Neujahrsansprache die Botschafter nochmals extra in der Sixtinischen Kapelle Franziskus empfängt nach der Neujahrsansprache die Botschafter nochmals extra in der Sixtinischen Kapelle  (VATICAN MEDIA Divisione Foto)

Papst: „Brauchen Heiliges Jahr vielleicht mehr denn je“

Das Heilige Jahr 2025 der katholischen Kirche, das der Papst zu Weihnachten 2024 eröffnen will, ist als Zeit der Gnade und der Barmherzigkeit Gottes nötiger als je. Mit dieser Perspektive hat Franziskus die Diplomaten und Diplomatinnen verabschiedet, die an diesem Montag zum traditionellen Neujahrsempfang in den Vatikan gekommen waren.

„Vielleicht brauchen wir das Heilige Jahr heute mehr denn je“, sagte der Papst am Ende seiner langen Ansprache, in der er die vielen aktuelle Konflikte auf der Welt benannte und auf Gefahren wie nukleare Bedrohung, Künstliche Intelligenz und Klimawandel, aber auch Leihmutterschaft verwies. Franziskus sprach von „so viel Leid, das nicht nur bei den direkt Betroffenen, sondern in allen unseren Gesellschaften Verzweiflung hervorruft“. Junge Menschen fühlten sich „ohnmächtig und entmutigt“, und die Dunkelheit der Welt scheine sich eher auszubreiten als zu verringern.

„Eine Zeit, in der die Kunst des Krieges nicht mehr gelernt wird“

Das Jubiläumsjahr halte aber die Botschaft bereit, „dass Gott sein Volk niemals im Stich lässt und die Türen seines Reiches immer offenhält“, so der Papst. So ein Heiliges Jahr sei „eine Zeit der Gnade, in der wir Gottes Barmherzigkeit und die Gabe seines Friedens erfahren. Es ist eine Zeit der Gerechtigkeit, in der die Sünden vergeben werden, in der die Versöhnung die Ungerechtigkeit überwindet und in der die Erde zur Ruhe kommt.” Franziskus verwies auch auf den friedensstiftenden Charakter eines Heiligen Jahres: „Es kann für alle – Christen und Nichtchristen gleichermaßen – zu einer Zeit werden, in der … ein Volk nicht mehr das Schwert gegen ein anderes Volk erhebt und die Kunst des Krieges nicht mehr gelernt wird“.

Das Heilige Jahr 2025 wird unter dem Motto „Pilger der Hoffnung" stehen. Die Institution des Heiligen Jahres der Kirche stammt aus der jüdisch-christlichen Tradition, Vorbild ist das Jubeljahr (Levitikus 25), ein alle 50 Jahre begangenes Erlassjahr.

Erst im Hochmittelalter entwickelte sich daraus eine christliche Tradition: Das erste Heilige Jahr der Kirche fand 1300 statt, ausgerufen von Papst Bonifatius VIII. (1294-1303). Ursprünglich als Jahrhundertereignis gedacht, wurde es zunächst im Abstand von 50 und dann 33 Jahren wiederholt. Der Rhythmus von 25 Jahren besteht seit 1470, wobei dazwischen auch „außerordentliche“ Jubiläen stattfinden können. Im Jubeljahr 2000 kamen rund 25 Millionen Pilger und Besucher nach Rom.

(vatican news – gs)

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08. Januar 2024, 12:39