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Franziskus in Juba gelandet - Erster Papst im Südsudan

Papst Franziskus ist am Freitagnachmittag auf dem Flughafen von Juba gelandet und hat damit seine dreitägige Südsudanreise begonnen. Franziskus ist das erste katholische Kirchenoberhaupt in dem Land. Zuvor war der Papst in der Demokratischen Republik Kongo.

Direkt nach der Landung in Juba, um 13.45 Uhr MEZ (14.45 Ortszeit), wurde Papst Franziskus von Anglikanerprimas Justin Welby, Erzbischof von Canterbury, und Ian Greenshields, Moderator der presbyterianischen Kirche Schottlands, noch an Bord des Fliegers begrüßt. Papst Franziskus wurde aufgrund seines Knieleidens, wie inzwischen üblich, per Rollstuhl über den Flugplatz geschoben, wo die offizielle Willlkommenszeremonie auf dem roten Teppich stattfand: Kinder in weißen Kleidern überbrachten dem Kirchenoberhaupt Blumen; auch Präsident Salva Kiir begrüßte den Papst persönlich am Flughafen.

Einheit und Frieden fördern 

Die Reise in den Südsudan ist als „ökumenische Friedenswallfahrt" deklariert; das Motto der Papstreise lautet: „Ich bete, dass sie alle eins sein mögen" (Joh 17). 

Franziskus trifft Kiir und Machar

Der offizielle Höflichkeitsbesuch bei Kiir im Präsidentenpalast und eine anschließende Begegnung mit den Vizepräsidenten Riek Machar waren die nächsten Programmpunkte des Papstes. Seine erste öffentliche Rede hält Franziskus am Nachmittag um 16 Uhr MEZ beim Treffen mit Vertretern der Regierung, der Zivilgesellschaft und mit dem Diplomatischen Korps im Garten des Präsidentenpalasts.

Zu den zentralen Programmpunkten des Papstes im Südsudan - er hält sich ausschließlich in Juba auf - zählen am Samstag eine ökumenische Gebetswache für den Frieden sowie Begegnungen mit Menschen, die durch den Konflikt im Land vertrieben wurden. Zudem feiert Primas Welby am Samstag in der örtlichen anglikanischen Allerheiligen-Kathedrale einen Gottesdienst. Papst Franziskus feiert am Sonntag eine große Messe im John Garang Mausoleum Park.

Wie schon in Kinshasa säumten auch am Freitag in Juba zehntausende Menschen die Straßen und jubelten dem Papst während der Fahrt vom Flughafen zum Präsidentenpalast zu.

Im christlich geprägten Südsudan ist die katholische Kirche ein wichtiger Mittler. Seit Jahren bemüht sie sich - gemeinsam mit der anglikanischen und presbyterianischen Kirche - einen Dialog der Konfliktparteien zu befördern. Eine wesentliche Rolle in diesen diplomatischen Bemühungen hat die katholische Laiengemeinschaft Sant'Egidio.

2019 hatten Papst Franziskus und Primas Welby die beiden Rivalen Kiir und Machar zu sogenannten Besinnungstagen in den Vatikan eingeladen. An der Initiative war auch der damalige Moderator der schottischen Presbyterianer, John Chalmers, beteiligt. In einer spektakulären Geste beim Abschluss des Treffens kniete der Papst vor den Politikern nieder. Er küsste ihnen die Füße und forderte sie zum Friedensschluss für ihr Volk auf.

Nach einem jahrzehntelangen Konflikt hatte der Südsudan 2011 seine staatliche Unabhängigkeit vom muslimisch geprägten Sudan erlangt. Bald darauf eskalierte ein Machtkampf zwischen dem ersten Präsidenten des Landes, Salva Kiir, und seinem früheren Stellvertreter und Herausforderer Riek Machar. 2013 brach ein Bürgerkrieg aus. Obwohl dieser seit 2018 als beendet gilt, kommt es auch heute immer wieder zu Gewalt.

(vatican news - sst)

 

 

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03. Februar 2023, 14:49