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Der Papst empfing unter anderem Firmlinge Der Papst empfing unter anderem Firmlinge 

Franziskus: Die Kirche in der Welt ist in „ständiger Mission“

Der Papst hat an diesem Samstagmittag etwa 1.500 Personen aus den italienischen Diözesen Alessandria und Spoleto-Norcia empfangen. Er sprach über die Bedeutung der Eucharistie im christlichen Leben: eine pastorale und missionarische Umkehr sei notwendig, um die Dinge nicht so zu lassen, wie sie seien.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Punkt 12 Uhr sprach der Papst in der Audienzhalle im Vatikan vor zwei verschiedene Gruppen: die Gläubigen der Diözese Alessandria und die Firmlinge von Spoleto-Norcia. Papst Franziskus begann seine Ansprache mit den Erstgenannten, merkte aber an, dass es schön sei, zusammenzukommen, weil die jungen Menschen „wie so viele Blumen sind, die blühen“ und man mit ihnen „das Gefühl einer vollständigeren Familie“ erfahre.

Zum Nachhören - was der Papst sagte

Der „Reformer“ Pius V.

Anlass für die Anwesenheit der Pilger aus Alessandria im Vatikan ist der 450. Todestag des Heiligen Pius V., der in Bosco Marengo, dem heutigen Gebiet der Diözese Piemont, geboren wurde. „Er war ein Reformer der Kirche, der mutige Entscheidungen getroffen hat“, sagte Franziskus über ihn, seither habe sich der Stil der Kirchenleitung verändert. Das Rückgrat seines Lebens sei der Glaube gewesen, fuhr er fort und erklärte, dass seine Lehren auch heute noch nützlich seien:

„Erstens laden sie uns ein, Wahrheitssuchende zu sein. Jesus ist die Wahrheit, und zwar nicht nur in einem universellen, sondern auch in einem gemeinschaftlichen und persönlichen Sinn; und die Herausforderung besteht darin, die Suche nach der Wahrheit heute im täglichen Leben der Kirche und der christlichen Gemeinschaften zu leben. Diese Suche kann nur durch persönliche und gemeinschaftliche Unterscheidungen erfolgen, die vom Wort Gottes ausgehen.“

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan

Die Liturgie als Quelle des Gemeinschaftslebens

Die Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes lasse eine Gemeinschaft wachsen, so der Papst weiter, in der Erkenntnis Jesu und im Gemeinschaftsleben, das mit Banden der Liebe und des Teilens verwoben sein müsse. Das Wort werde besonders in der Feier der Eucharistie lebendig und kehrte dann zum Engagement des Papstes aus dem Piemont zurück:

„Pius V. arbeitete an der Reform der kirchlichen Liturgie, und nach vier Jahrhunderten führte das Zweite Vatikanische Konzil eine weitere Reform durch, um den Bedürfnissen der heutigen Welt besser gerecht zu werden. In den letzten Jahren ist viel über die Liturgie, insbesondere ihre äußeren Formen, gesprochen worden. Die größten Anstrengungen müssen jedoch unternommen werden, damit die Eucharistiefeier tatsächlich zur Quelle des Gemeinschaftslebens wird.“

„Lasst uns in allen Regionen der Erde einen ständigen Zustand der Mission schaffen.“

Das Gebet als Impuls für die Mission der Kirche

Die Liturgie, so betonte Franziskus abermals, verändere uns, führe uns in das Leben Christi ein und dränge uns dann zu konkretem Handeln für die anderen. Pius V. habe hauptsächlich das Gebet akzentuiert und insbesondere das des Rosenkranzes empfohlen, so Franziskus über seinen Vorgänger. Pius V. habe betont, dass die Apostelgeschichte „das Bild einer Kirche im Aufbruch vermittelt, einer fleißigen Kirche, die jedoch in den Gebetsversammlungen die Grundlage und den Impuls für die missionarische Tätigkeit findet“. Von den ersten Christen habe es geheißen: „Sie waren beharrlich in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und im Gebet.“ Und an die Gläubigen der Diözese Alessandria, die sich auf einem Weg der pastoralen Erneuerung befinden, erinnerte Papst Franziskus an ein Wort aus Evangelii gaudium:

„Dass alle Gemeinschaften dafür sorgen, dass sie die notwendigen Mittel bereitstellen, um auf dem Weg einer pastoralen und missionarischen Umkehr voranzukommen, die die Dinge nicht so lassen kann, wie sie sind. Jetzt brauchen wir keine einfache Verwaltung. Lasst uns in allen Regionen der Erde einen ständigen Zustand der Mission schaffen.“

Franziskus lud dazu ein, dass dieser synodale Weg zu einem „Wachstum der geschwisterlichen Gemeinschaft zwischen Bischof, Priestern und Laien“ der Diözese führe, und er wünschte sich dafür den Segen des Herrn, damit er fruchtbar sein möge.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan

„Das christliche Leben ist ein Haus, das auf dem Fundament der Taufe gebaut ist.“

Das christliche Leben, die Taufe und die Firmung

Das Sakrament der Firmung sei auch eine Reise, sagte der Papst in seiner Ansprache an die Jugendlichen von Spoleto-Norcia, „weil es die Erfahrung der ersten Jünger Jesu wieder aufleben lässt“. Zu diesen Namen, sagte er, „könnt ihr eure eigenen hinzufügen“, die, die ihr am Tag der Taufe empfangen habt. Und der Papst fragt die jungen Leute, ob sie sich an das Datum ihrer Taufe erinnern:

„Das ist wichtig! Das ist besonders wichtig für diejenigen, die das Sakrament der Firmung erhalten werden, denn die Firmung bestätigt die Taufe. Deshalb wird sie auch Firmung {= Bestätigung} genannt. Das christliche Leben ist ein Haus, das auf dem Fundament der Taufe gebaut ist. Immer. Mit elf Jahren, mit zwanzig Jahren, mit vierzig Jahren, mit achtzig Jahren. Die Grundlage ist immer die gleiche: die Taufe. Deshalb ist es wichtig, sich an den Tag unserer Taufe zu erinnern und ihn auch zu feiern!“

Jeder soll ein lebendiger Stein sein

Papst Franziskus stellte fest, dass die Jungen aus erdbebengeschädigten Gebieten kommen und daher wissen, was es bedeute, ein solides Haus zu haben, das nicht zusammenbricht. Und er kommentierte ihre Bitte, einen Stein aus der alten Abtei von S. Eutizio zu segnen, der ihm gebracht wurde, damit er „zum Symbol ihres Wiederaufbaus“ wird. Und so schloss der Papst seine Rede ab:

„Seht, Jungen und Mädchen, heute segne ich jeden von euch, damit ihr ein lebendiger Stein zum Aufbau der christlichen Gemeinschaft werdet: ein lebendiger Stein in der Familie, ein lebendiger Stein in der Pfarrei, ein lebendiger Stein im Freundeskreis, ein lebendiger Stein im sportlichen Umfeld... Lebendige Steine sein: Das ist möglich durch die Kraft des Heiligen Geistes, der euch in der Firmung als Getaufte, Kinder Gottes und Mitglieder der Kirche bestätigt.“

(vatican news)

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan

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17. September 2022, 13:57