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Papst Franziskus: Sich nicht an Korruption gewöhnen

Vor einem Abgleiten in alltägliche Verderbnis und Korruption hat Papst Franziskus an diesem Mittwoch gewarnt. Bei seiner Generalaudienz forderte er ältere Menschen dazu auf, sich als „Propheten gegen die Verderbnis“ zu verstehen und jüngere Leute davon abzuhalten, sich an krumme Wege zu gewöhnen.

Der Papst ging in seiner Ansprache in der vatikanischen Audienzhalle von der Schilderung der allgemeinen Verderbnis der Menschheit in den Tagen des Noach aus, als Gott die Sintflut schickte. Auch heute stimme ein Blick auf die allgemeine Weltlage nicht eben hoffnungsfroh.

„Denken wir nicht manchmal - überwältigt von einem Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem Bösen oder demoralisiert durch die ‚Untergangspropheten‘ -, dass es besser gewesen wäre, nicht geboren zu werden? Sollten wir bestimmten neueren Theorien Glauben schenken, die die menschliche Spezies als evolutionären Schaden für das Leben auf unserem Planeten anprangern? Alles negativ, nicht wahr?“

Einfach nur das Leben genießen?

Verhältnismäßig düster ging es in der Papst-Analyse der heutigen Stimmungslage weiter. Da gebe es auf der einen Seite „den Optimismus der ewigen Jugend“, der auf eine „Zukunft voller Maschinen“ setze. Und auf der anderen Seite die Phantasien über den bevorstehenden Weltuntergang. Hinzu komme ein besinnungsloses „Essen, Trinken, Heiraten“, wenn Menschen sich darauf beschränkten, „das Leben zu genießen“, dabei aber den Sinn für ihre Würde und für die allgegenwärtige Verderbnis einbüßten.

Zum Nachhören: Papst Franziskus ruft zum Kampf gegen Korruption im Alltag - Radio Vatikan

„Alles hat seinen Preis, alles kauft oder verkauft man, Meinungen, Urteile, in der Geschäftswelt, in vielen Gewerben ist es normal. Diese Menschen leben auch die Verderbnis auf sorglose Weise, als gehöre sie zur Normalität des menschlichen Wohlbefindens. Wenn ein Prozess mal etwas langsam vorangeht, wie oft hört man sagen, wenn du mir ein Trinkgeld gibst, dann beschleunige ich das ein bisschen... das wissen wir alle sehr gut, sehr oft. Gib mir etwas und ich mache voran... Und die Welt der Verderbnis scheint Teil der Normalität des Menschen. Und das ist schlecht!“

„Das Alter ist in der Lage, die Täuschung eines genussbesessenen Lebens zu begreifen“

Verderbnis und Korruption dürften nicht „normal werden“, und dagegen müssten sich vor allem die älteren Menschen stemmen, so der Papst.

„Das Alter ist in der Lage, die Täuschung dieser Normalisierung eines genussbesessenen und von Innerlichkeit leeren Lebens zu begreifen: ein Leben ohne Gedanken, ohne Opfer, ohne Innerlichkeit, ohne Schönheit, ohne Wahrheit, ohne Gerechtigkeit, ohne Liebe: das ist Verderbnis. Die besondere Sensibilität der älteren Menschen für die Pflege, die Gedanken und die Zuneigung, die uns zu Menschen machen, sollte für viele wieder zur Berufung werden. Und es wird eine Entscheidung der Liebe älterer Menschen zu den neuen Generationen sein. Und wir werden es sein, die Alarm schlagen: Seid vorsichtig, das ist Verderbnis, das bringt dir nichts...“

(vatican news – sk)

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16. März 2022, 11:46

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