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Generalaudienz: Papst beginnt Katechesen-Reihe über den heiligen Josef

Dem Ziehvater Jesu hat Franziskus ja schon ein ganzes Jahr und das Schreiben „Patris corde“ gewidmet. Und in den kommenden Wochen will er nun auch bei seiner Generalaudienz über diesen Heiligen nachdenken, auf dessen Trost und Weggeleit wir auch in unserer Zeit hoffen dürfen.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

„Am 8. Dezember 1870 hat der selige Pius IX. den heiligen Josef zum Schutzpatron der Kirche erklärt. 150 Jahre später erleben wir ein besonderes Jahr, das dem heiligen Josef gewidmet ist, und in dem Apostolischen Schreiben Patris corde habe ich einige Überlegungen zu diesem Heiligen vorgelegt. Gerade in unserer heutigen Zeit, die wie nie zuvor von einer globalen Krise mit verschiedenen Ausprägungen gezeichnet ist, kann er uns Unterstützung, Trost und Orientierung bieten. Und deshalb habe ich beschlossen, ihm eine eigene Katechesenreihe zu widmen, von der ich hoffe, dass sie uns helfen wird, uns von seinem Beispiel und seinem Zeugnis erleuchten zu lassen. Ein paar Wochen hindurch werden wir also über den heiligen Josef sprechen,“ begründete der Papst seine Entscheidung, dem Ziehvater Jesu eine eigene Katechesenreihe zu widmen.

„Alles, was uns vom heiligen Josef berichtet wird, zeugt von seinem Vertrauen in Gottes Vorsehung und Heilsplan“

Der hebräische Name Josef bedeute „Gott vermehrt, Gott lässt wachsen“ und sei ein Ausdruck tiefen Gottvertrauens, präzisierte Franziskus weiter. Alles, was uns vom heiligen Josef berichtet werde, zeuge von seinem Vertrauen in Gottes Vorsehung und Heilsplan. Und auch die Orte Betlehem und Nazaret, die in Verbindung mit seiner Person stehen, verwiesen bereits auf Josefs besonderen Bezug zum Geheimnis der Menschwerdung des Gottessohnes.

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„Im Alten Testament wird die Stadt Bethlehem Beit Lehem, „Haus des Brotes“, oder Efrata genannt, nach dem Stamm, der dort siedelte. Im Arabischen bedeutet es „Haus des Fleisches“, wohl wegen der großen Anzahl von Schaf- und Ziegenherden in jener Gegend. Es ist kein Zufall, dass die Hirten bei der Geburt Jesu die ersten Zeugen dieses Ereignisses waren. Im Licht der Geschichte Jesu verweisen diese Anspielungen auf Brot und Fleisch auf das Geheimnis der Eucharistie: Jesus ist das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Er selbst wird von sich sagen: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben“

Gott bevorzugt die Randgebiete

Betlehem und Nazaret seien zwar Orte am Rande gewesen, aber gerade dort habe Gott sich zuerst offenbaren wollen, schlussfolgerte Franziskus und betonte, dass das auch heute gelte. Gott sei nämlich in den geografischen und existentiellen Peripherien unserer Welt in besonderer Weise gegenwärtig.

„Die Wahl Bethlehems und Nazarets sagt uns also, dass Gott die Peripherien, die Randgebiete bevorzugt. Jesus wurde nicht in Jerusalem, in der Nähe des Hofes, geboren; nein, er wurde in einer Peripherie geboren. Und an dieser Peripherie hat er, bis er dreißig Jahre alt war, sein Leben verbracht, indem er wie Josef als Zimmermann arbeitete. Jesus hat eine Vorliebe für die Peripherien und die Randgebiete“.

Josef erinnere uns also daran, den Blick auf das zu richten, was die Welt absichtlich ignoriert, und dem Verworfenen und scheinbar Unbedeutenden Bedeutung beizumessen – denn oft verberge sich gerade dort das Wesentliche.

Das Wesentliche verbirgt sich oft in dem, was für die Welt scheinbar unbedeutend ist...

„Jesus sucht die Sünder auf, die Böses getan haben, aber er sucht auch die auf, die nichts Böses getan, sondern Böses erduldet haben, also die Kranken, die Hungrigen, die Armen, die Geringsten. Jesus geht immer an die Peripherie. Und das sollte uns Vertrauen geben, denn der Herr kennt die Peripherien unseres Herzens, die Peripherien unserer Seele, unserer Gesellschaft, unserer Stadt, unserer Kirche. Diese etwas dunkle Seite, die wir vielleicht aus Scham verbergen.“

Das Gebet an den heiligen Josef

Abschließend legte der Papst seinen Zuhörern noch folgendes „selbstgemachtes, aber von Herzen kommendes Gebet“ ans Herz:

Heiliger Josef,
der du stets auf Gott vertraut hast
und dich in deinen Entscheidungen
von seiner Vorsehung hast leiten lassen,
lehre uns, uns nicht so sehr auf unsere eigenen Pläne zu verlassen
sondern auf den Liebesplan Gottes.
Du, der du von der Peripherie kommst,
hilf uns, unseren Blick umzukehren
und das zu bevorzugen, was die Welt verwirft und ausgrenzt.
Tröste die, die sich allein fühlen
und stütze jene, die im Stillen daran arbeiten,
das Leben und die Menschenwürde zu verteidigen. Amen.

(vaticannews - skr)

 

17 November 2021, 11:13

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