Papst Franziskus ruft zum Gebet für Menschen mit Depression

Wer unter Burn-out oder Depressionen leidet, braucht laut Papst Franziskus nicht nur psychologische Hilfe. Auch der Glaube könne den Menschen helfen, sagt er in seiner Videobotschaft zum Gebetsanliegen für November, die der Vatikan diesen Mittwoch veröffentlichte. Darin ruft das Oberhaupt der katholischen Kirche alle zu Gebet und Nähe auf. Menschen, die unter Stress, Burn-out und Depressionen leiden, müsse geholfen werden.

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

„Arbeitsüberlastung und Arbeitsstress führen bei vielen Menschen zu extremer Erschöpfung, geistiger, emotionaler, affektiver und körperlicher Erschöpfung. Traurigkeit, Apathie und geistige Erschöpfung beherrschen das Leben der Menschen, die mit dem Tempo des modernen Lebens überfordert sind", nennt Franziskus gleich zu Beginn mögliche Gründe für Stress, Burn-out und Depression. Im Video wird dies durch einen immer lauter piependen Wecker abgebildet; Menschen- und Automassen, die zur Arbeit hetzen; parallel dazu kommt auf dem Handy noch ein Anruf des Chefs rein. Im Monat November ruft Papst Franziskus in seiner monatlichen Gebetsintention daher zum Gebet für alle Menschen, die unter Stress, Depressionen und Burn-out leiden.  

Hier im Audio: Papst Franziskus ruft zu Gebet und Hilfe für Menschen mit Depressionen

Psychische Krankheiten sind verbreitet

Der Papst spricht damit ein zentrales Thema im Leben von Millionen Menschen an: Die psychische Gesundheit. Eine aktuelle Studie schätzt, dass etwa jeder zehnte Mensch weltweit mit einer psychischen Störung lebt, das entspricht rund elf Prozent der Bevölkerung. Laut dieser Studie sind am häufigsten Angstzustände (284 Millionen Betroffene, vier Prozent der Weltbevölkerung) und Depressionen (264 Millionen Betroffene, drei Prozent der Weltbevölkerung). All diese Menschen dürfen nicht alleine gelassen werden und brauchen Hilfe, betont Papst Franziskus. Zugleich weiß auch er, dass es zur Heilung leider kein Patentrezept gibt. Daher rät er: 

Dasein und Zuhören, denn: Es gibt kein Patentrezept

„Versuchen wir, denen nahe zu sein, die erschöpft sind, die verzweifelt und ohne Hoffnung sind, indem wir ihnen oft nur schweigend zuhören, weil wir nicht zu ihnen kommen und sagen können: ,Nein, das Leben ist nicht so. Hör auf mich, ich verrate dir das Rezept.` Es gibt kein Rezept."

Die Vereinten Nationen warnen, dass Depressionen, wenn sie immer wieder auftreten und von mittlerer oder schwerer Intensität sind, zu einer ernsthaften Gesundheitsstörung führen können. Deren schlimmste Folge ist ein Suizid; übrigens die die vierthäufigste Todesursache bei jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren. Um dies zu verhindern, gilt es laut dem Papst, nicht nur auf medizinische Hilfe, sondern auch auf Gebet und Glauben zu setzen:

„Vergessen wir nicht, dass neben der unverzichtbaren psychologischen Begleitung, die nützlich und wirksam ist, auch die Worte Jesu helfen“

„Vergessen wir nicht, dass neben der unverzichtbaren psychologischen Begleitung, die nützlich und wirksam ist, auch die Worte Jesu helfen. Es kommt mir das Wort in den Sinn und ins Herz: ,Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.` Beten wir, dass Menschen, die unter Depressionen oder Burn-out leiden, geholfen werde, ein Licht zu finden, das ihnen neue Lebensfreude eröffnet."

Im Papstvideo ist zu sehen, wie Menschen durch einen Kirchenbesuch und Gebet neue Hoffnung finden und die Kraft, einen Termin beim Arzt auszumachen. 

Wo es Hilfe gibt

Wer Menschen kennt, die unter Depression und Burn-out oder Panikattacken leiden, sollte ihnen beistehen und Hilfe vermitteln. Auch Betroffene selbst können aktiv werden. Beratung und Hilfe für Menschen mit Depression und Suizidgedanken gibt es beispielsweise bei Caritas Deutschland, Caritas Österreich und Caritas Schweiz. Die Angebote sind vielfältig, teilweise auch anonym und Kontakt und Austausch nicht nur persönlich, sondern oft auch per Telefon oder Email möglich. Die Caritas hat auch ein spezielles Angebot für junge Menschen mit Suizidgedanken: Informationen dazu gibt es im Internet bei www.u25-deutschland.de.  

Das Gebetsnetzwerk des Papstes

Das Video mit den Gebetsanliegen des Papstes ist ein Projekt des „Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes“. Dabei geht Franziskus jeden Monat in kurzen Videos auf eine der Herausforderungen ein, vor denen die Menschheit und die Kirche unserer Zeit stehen. Dem Netzwerk gehören laut eigenen Angaben mehr als 22 Millionen Katholiken in 89 Ländern an. Das Video vom Papst ist im Original auf Spanisch und wird in verschiedene Sprachen, darunter auch Deutsch, untertitelt. Ermöglicht wird das Gebetsanliegen des Papstes durch Spenden

(vatican news – sst)

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03. November 2021, 16:02