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Christen in Kerala Christen in Kerala 

Papst ruft indische Kirche zu Beilegung eines Liturgie-Streits

Papst Franziskus hat die mit Rom unierte syro-malabarische Kirche in Indien dazu aufgerufen, einen Streit um ihre Liturgie beizulegen.

In einem Brief, den der Vatikan an diesem Dienstag veröffentlichte, mahnte der Papst „alle Kleriker, Ordensleute und Laien, zum größeren Wohl und zur Einheit Ihrer Kirche die einheitliche Form der Feier der Heiligen Qurbana zügig zu verwirklichen“. Qurbana wird die Eucharistiefeier im syro-malabarischen Ritus genannt.

Die syro-malabarischen Bischöfe hatten 1999 bei einer Synode einstimmig die Vereinheitlichung der Liturgie ihrer Kirche beschlossen. Sie selbst hätten dies „als einen wichtigen Schritt zur Erhöhung der Stabilität und der kirchlichen Gemeinschaft innerhalb des ganzen Leibes Ihrer geliebten Kirche“ betrachtet, erinnerte sie Franziskus in seinem auf 3. Juli datierten Brief.

Langer Streit

Ähnliches sagte bereits Johannes Paul II. im Jahr 2003, als er die syro-malabarischen Bischöfe auf Ad Limina-Besuch im Vatikan empfing. Sie dürfen niemals zulassen, dass die Eucharistiefeier „als Quelle der Spaltung missbraucht“ werde. Die Liturgie der syro-malabarischen Kirche sei seit Jahrhunderten fester „Bestandteil der reichen und vielfältigen indischen Kultur“ und „der lebendigste Ausdruck der Identität eurer Völker“. 

Die syro-malabarische katholische Kirche ist eine im Südwesten Indiens verbreitete, mit Rom unierte Ostkirche eigenen Rechts, die sich auf den Apostel Thomas zurückführt. Sie gilt als sehr vital und bringt zahlreiche Priester- und Ordensberufungen hervor.

Rund vier Millionen Gläubige feiern die Eucharistie im syro-malabarischen Ritus, der bis 1962 in syrischer Sprache zelebriert wurde. Die heutige Liturgiesprache ist Malayalam, das im Bundesstaat Kerala gesprochen wird.

(vatican news – gs)

(vatican news – gs)

06 Juli 2021, 11:48