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Papst: Menschenhandel in Fürsorge verwandeln

Franziskus hat zum Welttag gegen Menschenhandel dazu aufgerufen, die Plage zu besiegen. In seinem Tages-Tweet schlug er einen konkreten Weg vor.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Wörtlich schreibt der Papst auf seinem deutschsprachigen Twitter-Account:

„Am #WelttaggegenMenschenhandel lade ich alle ein, gemeinsam mit den Opfern dafür zu arbeiten, das System des Menschenhandels in ein System der Fürsorge zu verwandeln. #CareAgainstTrafficking #EndHumanTrafficking #TalithaKum“

Diesen Freitag, den 30. Juli, begeht die Welt den von der UNO ins Leben gerufenen Welttag gegen Menschenhandel. Das globale Netzwerk gegen Menschenhandel „Talitha Kum“, dem mehr als 3.000 katholische Ordensschwestern und Laien angehören, startet just an diesem Tag verschiedene Initiativen in allen Teilen der Welt.

Zum Nachhören - was der Papst und eine Ordensschwester zum Welttag sagen

Das werde mit der Kreativität im Dienste des Guten geschehen, wie sie der Papst wiederholt gefordert habe, „um die Nächstenliebe zu fördern, die Kultur der Verschwendung zu bekämpfen und den Schutz der Menschenrechte zu unterstützen“. Das sagt im Gespräch mit Radio Vatikan Schwester Gabriella Bottani, CMS, internationale Koordinatorin von Talitha Kum.

Nein zu sagen zur Ausbeutung von Menschen und die Aufmerksamkeit auf ein Drama zu lenken, das Frauen und Männer in allen Ländern betrifft, sei das Ziel des Welttages gegen Menschenhandel, der 2013 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen wurde und jedes Jahr am 30. Juli begangen wird.

Kleine Gesten könnten einen großen Unterschied machen. Auch gegen Menschenhandel, so die Ordensfrau und zählt auf: Fürsorge für andere; Fürsorge für die Verwundeten, z. B. für die Opfer des Menschenhandels. Heute befasse sich das Internationale Netzwerk Talitha Kum mit dieser Frage. Sie tue dies, indem sie die vor einer Woche gestartete Kampagne „Care Against Trafficking“ fördere. Damit wolle das Netzwerk zeigen, dass Pflege in jeder Phase des Kampfes gegen den Menschenhandel einen Unterschied machen könne:

„Heute ist ein wichtiger Tag, denn die asiatischen Partnerorganisationen, vor allem im Süden und Südosten, haben junge Menschen ausfindig gemacht, die, nachdem sie mit unseren Netzen in Kontakt gekommen sind, die Herausforderung angenommen haben, sich zu Botschaftern ausbilden zu lassen. Sie werden Wächter, die eine Kultur der Fürsorge fördern, um den Menschenhandel in ihrem Umfeld zu bekämpfen. Bei der Durchführung dieser Initiative wird uns Joy Ezekiel unterstützen, die eine enge Mitarbeiterin von Talitha Kum ist und dieses Projekt begleiten wird. Ihre persönlichen Erfahrungen als Überlebende des Menschenhandels sind ein wichtiger Reichtum, den sie einbringen wird.“

Wie ein Wassertropfen im Ozean habe diese Kampagne bereits in allen Teilen der Welt, vom asiatischen Kontinent bis nach Kolumbien, Initiativen hervorgebracht, so Bottani.

Die Rolle der jungen Menschen

Talitha Kum, die in Asien entstandene Initiative, habe auf der Grundlage der Erfahrungen derjenigen, die es geschafft haben, die Tragödie des Menschenhandels zu überwinden, Samen der Hoffnung gesät. Dies sei „ohne die tiefen Wunden auszulöschen“ geschehen, sondern um zu zeigen, dass „ein Neuanfang möglich ist“. Widerstand leisten, kämpfen und immer nach dem Licht am Ende des Tunnels suchen, das sei der Weg, um aus der Plage des Menschenhandels rauszukommen.

Bottani betont, wie wichtig das Zeugnis derer sei, die es geschafft haben, positive Geschichten zu kennen, die als Vorbild für diejenigen dienen können, die vielleicht nicht glauben, dass sie es schaffen können:

„Das ist sehr wichtig! In einem virtuellen Kontext, an den wir uns gewöhnt haben, wie z. B. bei der Nutzung sozialer Medien, erinnert uns dies an die Bedeutung der Realität. Eine schwierige, gewalttätige und schmerzhafte Realität, die aber auch voller Hoffnung ist. Ich glaube, dass junge Menschen diese Zeugnisse hören und die Hoffnung als Antrieb für Träume erleben sollten. Träume, die von Menschenhändlern ausgenutzt werden, um Menschen anzuwerben. Aber der Traum, den wir verbreiten wollen, ist der Traum Gottes für jeden von uns, es ist der Traum der Schönheit. Einen Überlebenden bei uns zu haben, der uns daran erinnert, wie wichtig es ist, mit den Füßen in der Realität zu bleiben, mit einem Kopf, der träumt, und einem Herzen, das fähig ist, unsere Wünsche im Guten zu verwirklichen, ist wirklich grundlegend. Das ist schön.“

Die Worte des Papstes

Eine Wirtschaft ohne Menschenhandel, so Papst Franziskus in seiner Videobotschaft zum siebten Weltgebetstag gegen Menschenhandel, kümmert sich sowohl um den Menschen als auch um die Natur. Er spricht von einer „solidarischen Wirtschaft“. Eine Wirtschaft ohne Menschenhandel, so fügte Franziskus hinzu, unterliege „Marktregeln, die Gerechtigkeit und nicht exklusive Sonderinteressen fördern“. Eine Wirtschaft ohne Menschenhandel, so schließt der Papst, sei eine mutige Wirtschaft, die auf die Krise nicht kurzsichtig reagiere und auch nicht kurzfristig, sondern auch langfristig denke. Der Mensch stehe da immer im Mittelpunkt.

(vatican news)

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30. Juli 2021, 13:43