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Papst Franziskus 2019 mit einem italienischen Jesuiten bei einer Buchvorstellung Papst Franziskus 2019 mit einem italienischen Jesuiten bei einer Buchvorstellung  (Vatican Media)

Papst Franziskus: „Reform steht im Dienst der Mission“

Papst Franziskus erinnert daran, dass Reform viel mit Aufbruch und mit Mission zu tun hat. Der Begriff sei ja heute „in aller Munde“, sagte er in einer Videobotschaft, die am Montag veröffentlicht wurde.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

„In den Geistlichen Übungen (des hl. Ignatius von Loyola) steht Reform nicht nur in Spannung zu dem, was im Lauf der Zeit deformiert worden ist – nein. Reform ist auch das Sich-Anfügen (con-formarsi) an das, was neu ist. Eine neue Form annehmen: Sich-Anfügen an das, was neu ist, was Leben hat… an die Entscheidungen des Herrn. Reform hat keinen funktionalen Charakter; sie bedeutet nicht, sich selbst zu perfektionieren. Vielmehr hat sie die Mission im Auge, die Berufung eines jeden von uns im Leben.“

Franziskus ist 2013 ausdrücklich als Reformpapst angetreten und arbeitet zum Beispiel seit Jahren, zusammen mit einem Kreis von Kardinälen, eine neue Verfassung für den Heiligen Stuhl aus. Dabei betont der frühere Jesuit jedoch immer wieder – auch mit Blick auf den „Synodalen Weg“ der katholischen Kirche in Deutschland –, dass Reform aus seiner Sicht in erster Linie ein geistlicher Prozess ist. Ein Suchen nach dem Willen Gottes, ein Wirken des Heiligen Geistes.

Der jetzige Papst als Jesuit in jungen Jahren
Der jetzige Papst als Jesuit in jungen Jahren

„Petrus behielt seine Fehler bis zum Schluss...“

„Schauen wir zum Beispiel auf den heiligen Petrus. Da sehen wir, dass er jedes Mal, wenn er sich als Sünder bekennt, umgehend vom Herrn gerufen wird, ihm zu folgen. Dabei wird Petrus nicht in allem besser, aber doch in dem, was es braucht, um Menschenfischer zu sein und seine Herde zu weiden. Der Herr ruft den Petrus nicht dazu auf, alle seine Fehler zu ‚reformieren‘, die er aus seinem früheren Leben noch mit sich trägt; viele dieser Fehler werden Petrus noch bis zum Schluss begleiten. Nein, er lädt Petrus ein, aus sich herauszugehen und das Evangelium zu verkünden.“

Zum Nachhören: Papst Franziskus äußert sich in einem Video zum Thema Reformen

Der Papst äußerte sich in seiner Videobotschaft zu einem neu aufgelegten Kommentar eines Jesuiten zu den „Geistlichen Übungen“. Diesen Text verfasste Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens, im 16. Jahrhundert. Sie sind bis heute das Herzstück jesuitischer Spiritualität. Auf konkrete Reformprozesse in der Kirche ging Franziskus in seiner Videobotschaft und in einem Vorwort zu der Neuauflage nicht ein.

Das Buch, zu dem sich der Papst äußerte, stammt von seinem theologischen Mentor Miguel Angel Fiorito (1916-2005). Franziskus hat ihn während seiner Ausbildung im Jesuitenorden in den sechziger Jahren kennengelernt und verdankt ihm nach eigener Aussage wichtige Grundzüge seines Denkens.

(vatican news)
 

10 Mai 2021, 11:06