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Vatican News
Kurdenführer Masrur Barsani Kurdenführer Masrur Barsani  (AFP)

Irak: „Wir werden alles für die Sicherheit des Papstes tun“

Die Behörden im kurdischen Nordirak werden alles nur Mögliche tun, um die Sicherheit von Papst Franziskus bei seiner bevorstehenden Irakreise zu gewährleisten.

Das sagte der Ministerpräsident des kurdischen Landesteils, Masrur Barsani, am Samstag in einem Interview mit dem Fernsehsender France24.

„Isis bleibt weiter die Hauptbedrohung für die Sicherheit der Kurdenregion, den Rest des Irak und auch die Welt. Sie haben an Territorium verloren – dank der internationalen Koalition gegen sie und der (kurdischen) Peschmerga-Kämpfer, aber die Aufgabe ist noch nicht fertig gelöst. Isis ist immer noch da draußen, sie reorganisieren sich.“

Isis bleibt Hauptbedrohung für Sicherheit

Es sei auch der Corona-Pandemie zuzuschreiben, dass das Wiedererstarken der Terrorgruppe ‚Islamischer Staat‘ (Isis) von vielen nicht bemerkt worden sei. Vor zwei Wochen sind bei einem Raketenangriff auf die Regionalhauptstadt Erbil zwei Menschen gestorben; über die Täter ist bisher nichts bekannt.

Christen registrieren sich für die Teilnahme an der Papstmesse in Erbil
Christen registrieren sich für die Teilnahme an der Papstmesse in Erbil

Zum Papstbesuch sagte Barsani: „Das wird auf jeden Fall eine historische Visite Seiner Heiligkeit in der Kurdenregion und auch im Irak. Wir glauben, dass das ein Licht auf die langjährigen Bemühungen der kurdischen Regionalregierung werfen wird, was die Toleranz und Akzeptanz religiöser Gruppen und Minderheiten betrifft, die seit vielen, vielen Jahren in Kurdistan leben.“

„Wir hoffen darauf, dass sein Besuch viel mehr internationale Aufmerksamkeit dafür weckt, was in der Region vor sich geht“

Seit 2003 sind Zehntausende von Christen aus anderen Teilen des Iraks in den Norden geflohen – ebenso wie Millionen von Muslimen. Auch aus Syrien haben viele vor dem Krieg Schutz im halbwegs sicheren Nordirak gesucht.

„Vor etwa einem Jahr hatte ich das Privileg, Seine Heiligkeit im Vatikan zu besuchen. Wir sprachen damals über die Bedeutung von Toleranz und friedlicher Koexistenz in Kurdistan. Außerdem sprachen wir über die soziale und wirtschaftliche Bürde, die auf den Flüchtlingen im Nordirak lastet. Wir hoffen darauf, dass sein Besuch viel mehr internationale Aufmerksamkeit dafür weckt, was in der Region vor sich geht. Wir hoffen auf deutlich mehr Hilfe der internationalen Gemeinschaft, um diese Prinzipien der Religions- und Kultfreiheit zu fördern.“

Gewalt in Nassirija

Laut offiziellem Reiseprogramm wird Papst Franziskus am 7. März in Erbil eine Messe feiern. Seine Reise ist, wenn sie denn stattfindet, die erste Reise eines Papstes in den Irak. Auch die Zentralregierung in Bagdad hält am Papstbesuch fest: Zwar gebe es riesige Herausforderungen, doch sei Franziskus' Visite eine nationale Aufgabe, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag.

Im südirakischen Nassirija ist es in den letzten Tagen zu Gewalt gekommen. Bei Ausschreitungen am Rand von Demonstrationen gegen die Provinzregierung starben mehrere Menschen, Dutzende wurden verletzt. Laut offiziellem Reiseprogramm wird Franziskus in der Nähe von Nassirija ein interreligiöses Gebetstreffen leiten.

(france 24 – sk)

Zum Nachhören: Der nordirakische Kurdenführer Barsani will die Sicherheit von Papst Franziskus bei dessen Irakreise garantieren
01 März 2021, 11:43