Vatican News
Radiosendungen kann man auch mit einfachsten Mitteln empfangen Radiosendungen kann man auch mit einfachsten Mitteln empfangen  (AFP or licensors)

Papst-Tweet: Die schöne Eigenschaft des Radios

Dem Welttag des Radios und damit auch in gewisser Weise dem runden Jubiläum von Radio Vatikan hat Papst Franziskus an diesem Samstag seinen Tages-Tweet gewidmet.

Wörtlich schreibt der Papst in seinem deutschsprachigen Twitter-Account: „Das #Radio hat diese schöne Eigenschaft: es trägt das Wort auch in die entlegensten Orte. #WorldRadioDay #WeltRadioTag“

Zum Nachhören - was der Papst zum Welttag des Radios schreibt

Radio kennt keine Grenzen, ist für ein breites Publikum zugänglich und bietet ein Sprachrohr für jene, deren Stimmen oft überhört werden. Nicht allein aus diesem Grund ist Radio nach wie vor das weltweit am meisten genutzte Medium. Zum neunten Mal jährt sich an diesem 13. Februar der World Radio Day – eingerichtet Ende 2011 durch die UNESCO, soll damit nicht nur das Informationsmedium Radio in den Vordergrund gerückt, sondern auch an die erste Sendung des UN-Radios vom 13. Februar 1946 erinnert werden.

Drei Aspekte im Fokus

Auch heute noch ist das UN-Radio weltweit in mehreren Sprachen zu empfangen. In diesem Jahr hat die UNESCO die Radiostationen aus aller Welt dazu eingeladen, sich im Rahmen des Welttages auf einige aktuelle Themen zu konzentrieren. Dabei stehen drei Aspekte besonders im Fokus:

Evolution – Die Welt verändert sich, das Radio entwickelt sich

Innovation - Die Welt verändert sich, das Radio passt sich an und ist innovativ

Connection - Die Welt verändert sich, Radio verbindet

Zentral sind dabei die Themen Nachhaltigkeit, Teilhabe, Resilienz, Mobilität, neue Technologien und der Beitrag des Radios für die demokratische Gesellschaft.

Papst Franziskus und die Kommunikation

Papst Franziskus hatte in seiner Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel ähnliche Töne angeschlagen. Für eine gelungene Berichterstattung, die die Wahrheit der Dinge abbildet, ist es demnach zentral, den Menschen zu begegnen, „wo und wie sie sind”, persönlich den Sachverhalten auf den Grund zu gehen und die Geschichten hinter der Nachricht abzubilden. Das Radio, wie auch die anderen Medien, entwickelt sich demnach aus christlicher Perspektive dann, wenn es die Person im Blick behält, deren Wirklichkeit und Lebensrealität.

Im Gegenzug warnt der Papst vor einer Kommunikation, die sich zwar vom technischen Gesichtspunkt aus weiterentwickelt, aber dabei die „Connection“, die Verbindung zum menschlichen Wesen verliert und dabei, so schreibt Franziskus sinngemäß, vom Schreibtisch aus vorgefertigte und gleichförmige Informationen hervorbringt - ohne sich die Schuhsohlen abzulaufen, ohne jemals selbst auf die Straße zu gehen und dabei die Möglichkeit zu ergreifen, selbst zu sehen, Nachrichten zu verifizieren und, vor allem, den Menschen zu begegnen und deren Geschichten zu teilen.

Ein Senior in Afrika hört Radio auf seinem betagten Empfänger
Ein Senior in Afrika hört Radio auf seinem betagten Empfänger

Immer mehr geschieht auch die Verbreitung von Nachrichten, so wie auch von Radiosendungen, über das Internet. Papst Franziskus sieht das vor allem als neue Gelegenheit, sofern diese mit Sinn und kritischem Verstand genutzt wird. Der Papst bezieht sich vor allem auf die Sozialen Netzwerke, wenn er schreibt: 

„Dieses kritische Bewusstsein führt nicht dazu, dieses Instrument an sich zu verteufeln, sondern es verhilft zu einem besseren Unterscheidungsvermögen und einem reiferen Verantwortungsbewusstsein sowohl bei der Verbreitung als auch beim Empfang von Inhalten. Wir alle sind verantwortlich für die Kommunikation, die wir betreiben, für die Informationen, die wir verbreiten, für die Kontrolle, die wir gemeinsam über falsche Nachrichten ausüben können, indem wir sie entlarven. Wir alle sind aufgerufen, Zeugen der Wahrheit zu sein: zu gehen, zu sehen und zu teilen.“

Hintergrund

Der Welttag des Radios wird am 13. Februar begangen. Er fand 2012 zum ersten Mal statt. Die Generalkonferenz der UNESCO hat den Weltradiotag in Erinnerung an die Gründung des United Nations Radio am 13. Februar 1946 ausgerufen. Der Beschluss fiel auf der Generalkonferenz vom 3. November 2011 auf Anregung Spaniens.

Der Sender des Papstes, Radio Vatikan, feiert in diesen Tagen seinen 90. Geburtstag. Gegründet wurde der Sender am 12. Februar 1931 von Papst Pius XI. Mit der Organisation betraute der Papst den Jesuitenorden, der bis heute mit dem Vatikan eine Vereinbarung über Dienstleistungen im Kommunikationssektor hat.

(vatican news/uno – mg/cs)

13 Februar 2021, 13:40