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Vatican News

Papst Franziskus macht Künstlern in Corona-Krise Mut

In einer Videobotschaft macht der Papst Kreativen vor allem aus der Musikbranche Mut: „Ich wünsche mir, dass auch dieser Aspekt unseres sozialen Lebens wiederauflebt, dass wieder zusammen musiziert wird und man sich an Musik und Gesang erfreut!“ Anlass der Botschaft: der Auftakt einer zweitägigen Online-Konferenz des Vatikan zum Thema Kirche und Musik an diesem Donnerstag.

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt 

Papst Franziskus würdigte in seiner Videobotschaft viele Künstler aus dem Bereich der Kirchenmusik, konkret verwies er etwa auf Palestrina und Bach. Das musikalische Erbe der Kirche sei vielfältig und nicht nur für die Liturgie wichtig, sondern bereichere darüber hinaus in der Freizeit, etwa bei Konzerten. Auch in der Katechese und in der Schule könne geistliche Musik eine wichtige Rolle spielen.

„Wir wissen jedoch, dass seit dem Beginn der Covid-Pandemie die Aktivitäten im Musikbereich stark eingeschränkt wurden. Ich denke an alle, die das zu spüren bekommen: Musiker, deren Leben und Arbeit durch die Abstandsnotwendigkeit erschüttert wurden; ich denke auch an alle, die ihre Arbeit verloren haben; an alle, denen soziale Kontakte fehlen; an alle, die unter schwierigen Bedingungen zur nötigen Ausbildung, Bildung und dem Gemeinschaftsleben beitragen.“ 

„ich denke auch an alle, die ihre Arbeit verloren haben, an alle, denen soziale Kontakte fehlen“

Hier im Audio: Papst Franziskus macht Künstlern in der Corona-Krise Mut - Videobotschaft anlässlich einer Vatikan-online-Konfrenz zu Musik und Kirche

Wo Musik ist, da kann nichts Böses sein

Viele hätten „bedeutende Anstrengungen“ unternommen, um neue Wege zu finden um mit neuer Kreativität trotz allem weiter Musik zu machen – auch für ein Publikum jenseits der Kirchgänger, so der Papst. Er vergaß auch all jene nicht, die im Hintergrund wirken, etwa Platzanweiser bei Konzerten, kurz gesagt: alle die „für Musik im Dienst der Gemeinschaft“ aktiv sind. Der ganzen Musikbranche machte der Papst Mut.

„Wo Musik ist, da kann nichts Böses sein“, sagte Franziskus mit einem Zitat des spanischen Schriftstellers Miguel Cervantes und ergänzte: „Viele (Lied-)Texte und Kompositionen stimulieren durch die Kraft der Musik das persönliche Gewissen eines jeden und können das Gefühl einer allumfassenden Geschwisterlichkeit vermitteln.“

„Die Herausforderung: sich gegenseitig zuhören“

Musik kann laut Papst Franziskus als universell verständliche Sprache auch einen wichtigen Beitrag zu Solidarität und friedlichem Zusammenleben unter allen Menschen leisten – darüber hinaus ist geistliche Musik aus seiner Sicht auch Mission. 

Heilsgeschichte auch musikalisch verkünden

„Liebe Musikerinnen und Musiker, die Herausforderung für alle ist, uns gegenseitig zuzuhören. In der Liturgie sind wir eingeladen, das Wort Gottes zu hören. Sein Wort ist unser ,(Lied-)Text', der Haupttext, und die Gemeinde ist unser ,Kontext‘. Das Wort ist der Quell des Sinns, es erleuchtet und gibt der Gemeinde Orientierung auf ihrem Weg. Wir wissen, wie  nötig es ist, die Heilsgeschichte in Worten und einer Sprache zu verkünden, die gut verständlich sind.“

Geistliche Musik hat so also auch eine wichtige Aufgabe bei der Verkündigung des Wortes Gottes und dabei, „biblische Texte auch in verschiedenen neuen und kulturellen Kontexten zum Sprechen zu bringen.“

Zum Schluss kam Papst Franziskus dann noch einmal auf die Corona-Pandemie und das durch sie verursachte Verstummen von Musik zu sprechen:

„Gesang gemeinsam wieder aufzunehmen, damit die Einheit der Herzen durch die Einheit der Stimmen noch vertieft wird“

„Ist die Stille, die wir erleben, für uns einfach nur leeres Schweigen, oder sind wir bereit, in sie hineinzuhören? Werden wir in der Folge zulassen, dass aus ihr ein neuer Gesang entstehen kann? Lassen wir uns stimulieren, unseren Gesang gemeinsam wieder aufzunehmen, damit ,die Einheit der Herzen durch die Einheit der Stimmen noch vertieft wird‘ (Vgl. Musicam Sacram, 5)?“

Die zweitägige Konferenz, die corona-bedingt nur online stattfindet, hat der vatikanische Kulturrat organisiert. Die Veranstaltung steht unter dem Titel: „Kirche und Musik: Texte und Kontexte“.

(vatian news – sst)

04 Februar 2021, 12:30