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Papst: In der Fastenzeit die Stille suchen

In der Fastenzeit geht es darum, allen Ablenkungen zu widerstehen und in der Stille dem Wort Gottes zu lauschen, damit in uns eine wahre Umkehr vollzogen werden kann. Das betonte Franziskus beim Mittagsgebet am ersten Fastensonntag. Bei seinen Überlegungen ging der Papst vom Markusevangelium aus, in dem die Versuchung Jesu in der Wüste beschrieben wird.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

Mit den vierzig Tagen, die Jesus in der Wüste verbrachte, habe der Kampf Jesu mit dem Teufel begonnen, leitete Franziskus seinen Kommentar zum Tagesevangelium (Mk 1,12-15) ein. Und eine ganz besondere Bedeutung käme hier dem Ort zu, an dem dieser Kampf ausgetragen worden sei: der Wüste.

„Die Wüste ist der Ort, an dem Gott zum Herzen des Menschen spricht und wo das Gebet eine Antwort findet,“ betonte der Papst. „Aber es ist auch der Ort der Prüfung und der Versuchung, wo sich der Versucher die menschlichen Schwächen und Bedürfnisse zu Nutze macht und als Alternative zur Stimme Gottes die Einflüsterungen seiner lügnerischen Stimme hören lässt.“

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Niemals in Dialog mit Teufel treten

Doch während der Teufel gewonnen zu haben schien, als Jesus gefangen genommen und zum Tode verurteilt worden sei, sei der Tod „in Wahrheit die letzte ‘Wüste’ gewesen, die es zu durchqueren galt, um den Teufel endgültig zu besiegen und uns alle von seiner Macht zu befreien,“ erklärte Franziskus. In der Wüste habe es so ausgesehen, als sei Jesus in einen Dialog mit dem Teufel eingetreten, als dieser ihm drei Fragen stellte. 

„Aber Jesus antwortet nicht mit seinen Worten. Er antwortet mit dem Wort Gottes, mit drei Passagen der Heiligen Schrift. Und das tut er für uns alle! Wenn der Versucher sich nähert und uns zu verführen beginnt: ,Denke dies und tue jenes...' - die Verführung ist das Sprechen mit ihm, wie es Eva getan hat. Eva hat gesagt: ,Aber man kann das nicht, denn wir ...', und sie ist in einen Dialog eingetreten. Und wenn wir in einen Dialog mit dem Teufel eintreten, werden wir besiegt werden. Denkt fest daran und tragt dies in eurem Herzen: mit dem Teufel darf man nie Dialog führen, das geht nicht - nur das Wort Gottes!"

Keine Angst haben vor der Wüste 

Wer auf den Glauben, das Gebet und die Buße baue, der könne diesen Kampf dank der Gnade Gottes durchaus gewinnen, versicherte Franziskus. Doch dazu müssten wir bereit sein, wie Jesus „in die Wüste zu gehen“:

„Und die ist – wie wir gesehen haben – kein physischer Ort, sondern eine existentielle Dimension, in der wir die Stille suchen und dem Wort Gottes lauschen, damit die wahre Umkehr in uns vollzogen werden kann. Habt keine Angst vor der Wüste und davor, in euch zu gehen und Momente des Gebetes zu suchen, der Stille. Habt keine Angst. Wir sind gerufen, auf den Pfaden Gottes zu wandeln, indem wir unser Taufversprechen erneuern: dem Satan, all seinen Werken und leeren Versprechungen zu widersagen. Der Feind lauert dort, seid vorsichtig - nie mit ihm sprechen! Vertrauen wir uns der mütterlichen Fürsprache der Jungfrau Maria an“, schloss der Papst seine Katechese zum 1. Fastensonntag.


(vaticannews – skr/pr)

 

 

21 Februar 2021, 13:00