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Kleine Kirche "Madonna des Schweigens" in Brasilien Kleine Kirche "Madonna des Schweigens" in Brasilien 

Papst: Fastenzeit, eine Zeit der Geschwisterlichkeit und des Dialogs

„Wir müssen die Pandemie überwinden, und wir werden dies in dem Maße tun, in dem wir in der Lage sind, Spaltungen zu überwinden“: Das schreibt Papst Franziskus in einer Botschaft für die traditionelle Kampagne der Geschwisterlichkeit in Brasilien, bei der seit einigen Jahren Solidarität und Ökumene Hand in Hand gehen.

In der Fastenzeit, die an diesem Mittwoch eingeläutet wurde, steht die Nächstenliebe für den Christen an erster Stelle. Doch wird diese mit der ökumenischen Brille gelesen, so kommt die Solidarität in fruchtbares Zusammenspiel mit dem Dialog, der es uns ermöglicht, so die Überzeugung des Papstes, „unseren Mitreisenden ohne Furcht und Misstrauen das Herz zu öffnen und zuerst auf das zu schauen, was wir suchen: den Frieden vor dem einen Gott.“

Diese Gedanken teilt Franziskus in seiner Botschaft, die traditionell zu Beginn der Fastenzeit an die brasilianischen Gläubigen geht. Denn diese beteiligen sich, gemeinsam mit den Gläubigen der anderen christlichen Kirchen, nunmehr seit Jahrzehnten an der „Kampagne der Geschwisterlichkeit“ in dem Land.

Die Realität der Pandemie

Der Papst geht in seiner Botschaft auf die Werte ein, die der eben begonnenen Bußzeit zugrunde liegen, und erinnert an die derzeit drängende Realität der Pandemie, die in Brasilien besonders hart zuschlägt. Christus, so schreibt er, „lädt uns ein, für die Verstorbenen zu beten, den selbstlosen Dienst so vieler Fachkräfte im Gesundheitswesen zu segnen und die Solidarität unter Menschen guten Willens zu fördern. Er ruft uns auf, für uns selbst und unsere Gesundheit zu sorgen und füreinander da zu sein, wie uns das Gleichnis vom barmherzigen Samariter lehrt.“

Gefährten auf dem Weg des Dialogs

Der Titel der Kampagne 2021 - „Geschwisterlichkeit und Dialog: Einsatz für die Liebe“ – ist Ausdruck des Versuchs, Gemeinschaft unter den christlichen Kirchen Brasiliens zu fördern. Ein Dialog, der mittlerweile seit fünf Jahren im Gange ist und den Franziskus als „Grund zur Hoffnung“ bezeichnet. Christen, so betont er, „müssen als erste ein Beispiel geben, beginnend mit der Praxis des ökumenischen Dialogs.“ Dieser lehre, so der Papst weiter, die „Herzen für unsere Mitreisenden zu öffnen, ohne Furcht oder Misstrauen, und zuerst auf das zu schauen, was wir suchen: Frieden vor dem einen Gott.“

Die drei Instrumente

Aus dieser Haltung von Respekt und miteinander Teilen entstehe schließlich jener „wertvolle Beitrag zum Aufbau der Geschwisterlichkeit und zur Verteidigung der Gerechtigkeit in der Gesellschaft“, der in Fratelli tutti bekräftigt wird. Und in dieser Perspektive, so erinnert der Papst mit Verweis auf seine Enzyklika, seien auch die gemeinsamen Anstrengungen zur „Überwindung der Pandemie“ zu sehen. Franziskus weist darauf hin, dass wir der Pandemie „in dem Maße“ Herr werden, „wie wir in der Lage sind, Spaltungen zu überwinden und uns um das Leben herum zu vereinen.“ Doch es gelte auch, zu vermeiden, nach einem Abflauen der Gesundheitskrise in die Versuchung des „fieberhaften Konsumismus und neuer Formen des egoistischen Selbstschutzes“ zurückzufallen. Als Gegenmittel dazu empfiehlt der Papst den Menschen die Instrumente der Fastenzeit: Gebet, Fasten und Almosen.

(vaticannews - cs)

 

17 Februar 2021, 14:30