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Papst Franziskus beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz Papst Franziskus beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz  (AFP or licensors)

Papst beim Angelus: Anderen Liebe und Hoffnung bringen

Papst Franziskus hat Christen in der Fastenzeit daran erinnert, „dass der Herr auferstanden ist und nicht zulässt, dass die Dunkelheit das letzte Wort hat.“ Auch in schwierigen Lagen, wie etwa angesichts von Krankheit, Leid und Tod, brauchten Christen daher nicht zu verzagen. Beim Angelus-Gebet am zweiten Fastensonntag mahnte der Papst die Gläubigen zugleich, nicht in „spirituelle Bequemlichkeit“ zu verfallen.

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

Bei seiner Betrachtung an diesem Sonntag ging Papst Franziskus von der Verklärung Jesu auf dem Berg aus, bei der  auch die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes anwesend sind (vgl. MK, ,2-10).  

Zum Nachhören - was der Papst beim Angelus sagte

„Sein Gesicht und seine Kleider erstrahlen und nehmen so seine Erscheinung als Auferstandener vorweg, den verängstigten Männern bietet dies das Licht, um den Schatten zu überwinden: Der Tod wird nicht alles beenden, sondern zur glorreichen Auferstehung führen", erinnerte der Papst bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz an diesem zweiten Sonntag der Fastenzeit. 

„Der Tod wird nicht alles beenden, sondern zur glorreichen Auferstehung führen“

Jesus hat die drei Jünger bewusst mit sich auf den Berg genommen, damit sie - die noch die Ankündigung verdauen müssen,  dass er am Kreuz sterben wird - in diesem Moment der Angst und Unsicherheit eine tröstliche  ,Vorahnung‘ des Lichts, der Auferstehung erfahren können. Von hier schlägt Franziskus den Bogen zu schwierigen Situationen im Leben aller:

Ängste und Straucheln auf dem Weg des Glaubens

„Das ist eine Einladung, uns daran zu erinnern, besonders dann, wenn wir schwierige Prüfungen durchleben, dass der Herr auferstanden ist und nicht zulässt, dass die Dunkelheit das letzte Wort hat. Es kommt manchmal vor, dunkle Momente zu durchleben im persönlichen Leben, in der Familie oder der Gesellschaft und zu fürchten, dass es keinen Ausweg gibt. Wir fühlen uns ängstlich angesichts der großen Rätsel (des Lebens) wie Krankheit, unverschuldetem Leid oder angesichts des Geheimnis des Todes", erklärt Franziskus. Die Corona-Pandemie nennt er hier nicht explizit. Der Papst hält es allgemeiner, jeder kann seine ganz eigenen Schlüsse ziehen. Auf dem Weg des Glaubens sei es übrigens normal, auch einmal ins Straucheln zu geraten, so der Papst weiter - besonders, „wenn wir auf den Skandal des Kreuzes treffen und auf die Anforderungen des Evangeliums, das uns aufruft, unser Leben im Dienst und der Liebe hinzugeben, anstatt es zu bewahren und zu verteidigen."

Wie kann es also gelingen, in diesen Situationen nicht zu verzagen und dem Ruf des Evangeliums zu folgen? Die Antwort des Papstes darauf lautet: Wir brauchen einen anderen Blickwinkel und Gottvertrauen:

„Wir brauchen das Licht, das das Geheimnis des Lebens tiefgreifend erhellt und das uns hilft, unsere Weltvorstellungen und Kriterien zu überwinden. Auch wir sind gerufen, den Berg zu besteigen, die Schönheit des Auferstandenen zu betrachten, welche Lichtstrahlen in jedes Fragment unseres Lebens bringt und uns hilft, die Geschichte zu interpretieren – ausgehend von Seinem österlichen Sieg."

„Beten ist nie dafür da, Unannehmlichkeiten des Lebens zu entfliehen; das Licht des Glaubens dient nicht dazu, ein schönes spirituelles Gefühl auszulösen“

Zugleich gibt Franziskus jedoch zu bedenken, dass es dabei passieren kann, nur an sich selbst zu denken, sich selbst sicher zu fühlen und in spiritueller Bequemlichkeit zu verharren: 

„Wir müssen uns hüten vor spiritueller Bequemlichkeit: Wenn es uns gut geht, mit unseren Gebeten und unserer Liturgie, dann genügt uns das. Nein! Auf den Berg steigen heißt nicht, die Realität vergessen, Beten ist nie dafür da, Unannehmlichkeiten des Lebens zu entfliehen; das Licht des Glaubens dient nicht dazu, ein schönes spirituelles Gefühl auszulösen." 

„Kleine Lichter in den Herzen der Menschen entzünden, kleine Lichter des Evangeliums sein, die ein bisschen Liebe und Hoffnung bringen: Das ist die Mission eines Christen“

Die Mission der Christen, das sagte Papst Franziskus bei seinem Angelus an diesem Sonntag ganz deutlich, sei also, das Licht der Begegnung Gottes nicht nur für sich selbst zu behalten, sondern es unter alle Menschen zu bringen:

„Kleine Lichter in den Herzen der Menschen entzünden, kleine Lichter des Evangeliums sein, die ein bisschen Liebe und Hoffnung bringen: Das ist die Mission eines Christen. "

(vatican news - sst)

 

     

 

 

28 Februar 2021, 12:17