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Papst Franziskus beim Angelus Papst Franziskus beim Angelus  (ANSA)

Angelus: Du musst dein Leben ändern

Das Heil ist nicht automatisch, es erfordert Umkehr. Daran hat Papst Franziskus beim Angelus an diesem Sonntag erinnert.

Es gehe darum, „die eigene Mentalität und das eigene Leben zu ändern: nicht mehr den Vorbildern der Welt zu folgen, sondern denen Gottes, der Jesus ist“, sagte das Kirchenoberhaupt in seiner per Livestream übertragenen Katechese. Das Heil stehe immer auch im Zusammenhang mit der Freiheit des Menschen und der Liebe. „Immer, wenn von Liebe die Rede ist, ist auch von Freiheit die Rede: eine Liebe ohne Freiheit ist keine Liebe - sie kann Interesse sein, sie kann Angst sein, sie kann alles Mögliche sein. Aber die Liebe ist immer frei, und weil sie frei ist, verlangt sie eine freie Antwort: unsere Umkehr." 

Hier zum Hören:
Das Video zur Generalaudienz in voller Länge - auf Deutsch

Franziskus bezog sich auf das Sonntagsevangelium (Mk 1,14-20), das die „Stabübergabe“ von Johannes dem Täufer auf Jesus vorstellt. „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“, zitiert das Evangelium den Täufer.  Johannes habe da keine Zweideutigkeiten gesagt, so der Papst. Umkehr bedeute dabei „eine grundlegende Änderung der Sicht und der Einstellung“, erklärte Franziskus. Die Sünde habe nämlich eine Gesinnung in die Welt gebracht, „die dazu neigt, sich anderen und auch Gott gegenüber behaupten zu wollen, und nicht zögert, dabei auch auf Täuschung und Gewalt zurückzugreifen“. Dagegen gehe die Botschaft Jesu vor.

„Jede Zeit, jede Phase hat ihren eigenen Wert und kann ein privilegierter Moment der Begegnung mit dem Herrn sein“

Die Geschichte eines jeden menschlichen Lebens habe zwei Rhythmen, fuhr der Papst fort: einen messbaren aus Stunden und Jahren, und einen zweiten der Entwicklung, etwa in der Abfolge Geburt, Kindheit, Jugend, Reife, Alter, Tod. „Jede Zeit, jede Phase hat ihren eigenen Wert und kann ein privilegierter Moment der Begegnung mit dem Herrn sein“, sagte der Papst. Der Glaube helfe dabei, „die spirituelle Bedeutung dieser Zeiten zu entdecken: Jede von ihnen enthält einen besonderen Ruf des Herrn, auf den wir eine positive oder negative Antwort geben können“. Die Zeit, die jeder Mensch habe, um zur Erlösung zu gelangen, ist kurz, verdeutlichte Franziskus: eine Lebensspanne. „Das Leben ist eine Gabe der unendlichen Liebe Gottes, aber auch die Zeit, unser Liebe zu ihm zu prüfen. Deshalb ist jeder Augenblick unserer Existenz eine wertvolle Zeit, Gott zu lieben und den Nächsten zu lieben, und so ins Ewige Leben einzutreten."

Franziskus leidet derzeit an einer schmerzhaften Ischias-Entzündung. Deshalb konnte er an diesem Sonntag des Wortes Gottes den geplanten Gottesdienst im Petersdom nicht selber feiern; an Altar und Ambo vertrat ihn Kurienerzbischof Rino Fisichella. Das – erheblich kürzere - Angelusgebet am Sonntagmittag sprach der Papst aber selbst.

(vatican news – gs)

24 Januar 2021, 09:02