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Papst: Videobotschaft zum Abschluss des Marienjahres in Argentinien

„Maria ruft uns von Neuem“: Das hatte Papst Franziskus am 27. November vor einem Jahr in einer Botschaft an die argentinischen Bischöfe geschrieben. In dieser rief er für 2020 offiziell ein Marianisches Jahr aus. Zu dessen feierlichem Schluss hat Franziskus nun eine Videobotschaft an die argentinischen Gläubigen übermittelt, in der er seiner Nähe Ausdruck verleiht – und sie dazu einlädt, Maria zu folgen, der Mutter und Jüngerin des Herrn.

Christine Seuss und Adriana Masotti - Vatikanstadt

„Ich schließe mich all den Gläubigen an, die heute das Ende dieses nationalen Marianischen Jahres feiern“, versichert Papst Franziskus in seiner Videobotschaft anlässlich der Messe in der Stadtkathedrale La Plata, die dieses besondere Jahr abschließt - während der Messe wurde auch das Bild der Jungfrau von Luján ausgestellt. Das Marianische Jahr wurde von der argentinischen Bischofskonferenz zum Gedenken an den 400. Jahrestag der Ankunft des Bildnisses der so genannten „Virgen del Valle“ in der Provinz Catamarca ausgerufen.

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Offiziell wurde es am Fest Unserer Lieben Frau von der Wundertätigen Medaille am 27. November 2019 ausgerufen und am 8. Dezember, dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, kurz vor dem Auftreten der ersten Coronavirus-Fälle, eröffnet. Aus diesem Anlass wurde in der Basilika Unserer Lieben Frau von Luján eine Messe für Einheit und Frieden unter dem Vorsitz von Oscar Ojea, Bischof von San Isidro und Präsident der argentinischen Bischofskonferenz, zelebriert. Unter den Teilnehmern waren auch der scheidende Präsident der Republik, Mauricio Macri, und der designierte Präsident Alberto Fernández.

Die Virgen del Valle in der Diözese Catamarca
Die Virgen del Valle in der Diözese Catamarca

Maria ist die erste Jüngerin Jesu

„Ein Jahr“, fährt Papst Franziskus in der Videobotschaft fort, „in dem wir mit den für diese Pandemieperiode typischen Einschränkungen viele Aktivitäten zum Gedenken und zu Ehren der Jungfrau Maria, unserer Mutter, durchgeführt haben“. Während er die Gläubigen seiner Nähe und seines Gebetes versichert, lädt er alle dazu ein, nicht zu vergessen, „dass Maria Mutter und Jüngerin ist. Sie ist die Mutter Jesu: Sie ist es, die Jesus in die Welt gebracht hat. Und sie ist eine Jüngerin. Sie ist die erste, die Jesus nachfolgt, die tut, was Jesus sagt, die gehorcht“. Der Papst verleiht mit seinen Worten seinem Wunsch Ausdruck, dass „die Gestalt Mariens, Mutter und Jüngerin, uns in unserem täglichen Leben begleitet“. Papst Franziskus segnet in seiner Videobotschaft die Gläubigen, doch nicht ohne seinen typischen Wunsch zu wiederholen: „Ich bitte Sie, für mich zu beten. Ich bete für Sie“.

Die Bischöfe: das Marianische Jahr, ein Geschenk Gottes

Zu Beginn des Marianischen Jahres hatten die argentinischen Bischöfe eine Botschaft verfasst, in der sie ihre Landsleute einluden, „dieses Gottesgeschenk intensiv zu leben“, das die Ankunft des im ganzen Land verehrten Bildes der „Virgen del Valle“ in der Provinz Catamarca feiert. Gleichzeitig erinnerten sie an die erste Messe, die vor 500 Jahren in Argentinien gefeiert wurde. Ereignisse, die auch in einem mittlerweile veränderten sozialen und kulturellen Kontext „weiterhin die Wahrheit darüber aussprechen und hinterfragen, wer wir sind und was wir als Katholiken in diesem geliebten, leidenden und hoffnungsfrohen Argentinien glauben“.

Ein Jahr, in dem sich das argentinische Volk der Jungfrau Maria anvertraut

Wegen der Pandemie musste auch das Programm, das für dieses Marienjahr entworfen wurde, angepasst werden: so war es zum Beispiel nicht möglich, den Vierten Nationalen Marianischen Kongress abzuhalten, der für den 23. bis 26. April 2020 in Catamarca geplant war. In der von Carlos Humberto Malfa, Generalsekretär der argentinischen Bischofskonferenz, unterzeichneten Erklärung, die am 11. März über die Entscheidung der Bischöfe informierte, war zu lesen: „Wir vertrauen der ,Virgen del Valle‘ das argentinische Volk in dieser schwierigen Situation an, insbesondere die Kranken und diejenigen, die sich um sie kümmern“.

Maria ruft uns wieder, sie ist die Mutter, die alle willkommen heißt

In der Botschaft, die die Bischöfe geschrieben hatten, um das Nationale Marianische Jahr auszurufen, wird an die starke Verbundenheit des lateinamerikanischen Landes mit der Jungfrau Maria erinnert. „Sie sagen, dass wir Argentinier gerne zusammen sind, dass wir unsere Dinge arrangieren, indem wir am Tisch sitzen, um zu reden und zu teilen“, heißt es in dem Text, „und dass wir eine so große Zuneigung zu den Müttern empfinden, dass wir sie quasi ,unantastbar‘ machen. Vielleicht haben wir Katholiken in Argentinien deshalb eine Geographie, die von den der Gottesmutter geweihten Heiligtümern geprägt ist, und eine Geschichte, die von marianischen und eucharistischen Versammlungen und Kongressen bestimmt ist. Das Jahr 2020 wird in diese Geographie und Geschichte eingeschrieben sein. Maria ruft uns von Neuem. Sie ist die Frau, die Ehefrau, die Mutter, die mit ihrer Gegenwart die Frauen, Ehefrauen und Mütter in ihrer Angst und ihrem Schmerz umarmt und die Kinder der Verlassenheit, der Abhängigkeit, der Einsamkeit und des Elends willkommen heißt“.

(vatican news)

09 Dezember 2020, 09:19