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Papst: „In der Sicht des Glaubens erscheint der Tod nicht als Unglück"

Wie in der katholischen Kirche im November Tradition, hat Papst Franziskus an diesem Donnerstag eine Gedenkmesse für die 163 Kardinäle und Bischöfe gefeiert, die in den letzten 12 Monaten verstorben sind.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

Die Messe zum Gedenken an die verstorbenen Kardinäle und Bischöfe ist fester Bestandteil des liturgischen Programmes des Papstes. Im Pandemie-Jahr 2020 und im Zuge der nun wieder verschärften Vorsichtsmaßnahmen konnte nur eine begrenzte Zahl von Gläubigen an dem Gottesdienst teilnehmen, der am Kathedra-Altar in der Apsis des Petersdoms gefeiert wurde.

Ausgehend von dem Evangeliumsbericht über die Auferweckung des Lazarus (Joh 11,17-27) erinnerte der Papst an die Worte Jesu: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ und das spontan darauf erfolgte Glaubensbekenntnis Martas: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll“.

Im Angesicht des Todes erlebten wir alle Trauer und Verwirrung, so Franziskus. Aber mit der Offenbarung Jesu seien wir in der Lage, unsichtbare Realitäten wahrzunehmen und die Dinge im Licht der Ewigkeit zu sehen. „Die Offenbarung Jesu fordert heute uns alle heraus: Wir sind aufgerufen, an die Auferstehung nicht als eine Art Luftspiegelung am Horizont zu glauben, sondern als ein bereits gegenwärtiges Ereignis, das uns schon jetzt auf geheimnisvolle Weise einbezieht.“

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Die Dinge im Licht des Glaubens sehen

Wer die Dinge nur aus einer irdischen Perspektive sehe, könne Gottes Plan für die, die er liebt, nicht verstehen, gab der Papst zu bedenken: „In der Sicht des Glaubens aber erscheint der Tod nicht als Unglück, sondern als ein Akt der Vorsehung des Herrn, dessen Gedanken sich nicht mit unseren Gedanken decken.“

Alle Menschen hätten Angst vor dem Tod, als ob mit ihm alles enden würde. Ja, selbst Gläubige müssten sich angesichts des Geheimnisses des Todes ständig bekehren, betonte Franziskus. Doch der Tod sei nicht „die totale Auslöschung einer Person.“ Vielmehr müssten wir immer auf den Herrn vertrauen, der uns sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“.

Die himmlische Heimat

Diese im Glauben aufgenommenen Worte ließen uns verstehen, was es bedeutet, nicht nach einer irdischen, sondern „nach einer besseren Heimat, nämlich der himmlischen“ zu streben.
Für die Toten zu beten, sei also auch „für uns Pilger auf Erden“ von Nutzen, führte Franziskus weiter aus: „Es erzieht uns zu einer wahren Sicht des Lebens; es offenbart uns den Sinn der Sorgen, die wir durchmachen müssen, um in das Reich Gottes zu gelangen; es öffnet uns für die wahre Freiheit, weil es uns bereitmacht, stets die ewigen Güter zu suchen.“

Das Leben derer, die dem Herrn nachfolgen, sei geprägt von dem Wunsch, das zu tun, was Gott gefällt, führte der Papst weiter aus und bekräftigte abschließend:

„Denken wir daher voll Dankbarkeit an das Zeugnis der verstorbenen Kardinäle und Bischöfe, die in Treue zum göttlichen Willen gelebt haben. Lasst uns für sie beten und zugleich versuchen, ihrem Beispiel zu folgen. Der Herr möge immer seinen Geist der Weisheit über uns ausgießen, insbesondere in dieser Zeit der Prüfung. Vor allem in den Augenblicken, in denen der Weg schwieriger wird, lässt er uns nicht im Stich, sondern bleibt bei uns getreu seiner Verheißung: Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“


(vatican news – skr)
 

05 November 2020, 13:34