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Papst beim Angelus: „Unser Gott ist der Gott, der kommt“

Als „Zeit der Erwartung und Zeit der Hoffnung“ hat Papst Franziskus die Adventszeit charakterisiert. „Für einen Christen ist die ständige Begegnung, das Beim-Herrn-Sein das Allerwichtigste“, sagte er bei seinem Angelusgebet am Ersten Adventssonntag.

„Unser Gott ist der Gott, der kommt“, so der Papst wörtlich. „Ein Gott, der kommt, der ständig kommt. Er enttäuscht unsere Erwartung nicht! Nie enttäuscht der Herr. Vielleicht lässt er uns warten, vielleicht lässt er uns mal im Dunklen warten, damit unsere Hoffnung heranreifen kann, aber er enttäuscht nie. Der Herr kommt immer, immer ist er uns nahe. Manchmal lässt er sich nicht sehen, aber er kommt immer.“

Zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte sei Gott in Jesus Mensch geworden, und am Ende der Zeiten werde der Herr wiederkommen. „Doch auch ein drittes Mal wird er kommen, auf eine dritte Art und Weise: Er kommt jeden Tag, um sein Volk zu besuchen, um jeden Mann und jede Frau zu besuchen, die ihn im Wort, in den Sakramenten, in ihren Brüdern und Schwestern annehmen.“

Eine Formulierung aus dem Vorkonklave

Franziskus griff eine Formulierung wieder auf, die er auch in seiner Rede im Vorkonklave 2013 vor seiner Wahl zum Papst genutzt hat. „In der Bibel sagt uns Jesus, dass er vor der Tür steht und anklopft. Jeden Tag. Er klopft an die Tür unseres Herzens. Verstehst du auf den Herrn zu hören, der anklopft? Der heute gekommen ist, um dich zu sehen, der an dein Herz klopft mit einer Unruhe, einer Idee, einer Inspiration? Er ist nach Betlehem gekommen, er wird am Ende der Welt kommen - aber er kommt auch jeden Tag zu uns.“

Hier hören Sie einen Ausschnitt aus der Papst-Ansprache zum Angelus am Ersten Advent

Jeder wisse, das Leben aus Höhen und Tiefen, aus Licht und Schatten bestehe. „Jeder von uns kennt Momente der Enttäuschung, des Scheiterns und der Verwirrung. Und nun löst die Pandemie, die wir gerade erleben, bei vielen Menschen Sorge, Angst und Mutlosigkeit aus; wir laufen Gefahr, in Pessimismus, Abschottung und Apathie zu verfallen.“ Doch der Advent lehre, nicht zurück-, sondern nach vorne zu schauen und Hoffnung zu schöpfen. „Also eine Seele in Erwartung. Die zuversichtliche Erwartung des Herrn lässt uns in den dunklen Momenten unseres Daseins Trost und Mut finden“.

(vatican news – sk)

29 November 2020, 12:59