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Franziskus beim Regina Coeli Franziskus beim Regina Coeli 

Regina Coeli: Gottes Gebote verurteilen nicht – sie erneuern und heilen

Die Gebote Gottes sind nicht dazu da, Menschen wie ein Spiegel ihr Elend und ihre Widersprüche zu zeigen. Im Gegenteil, „das Wort Gottes ist uns als Wort des Lebens gegeben, das verwandelt und erneuert; nicht verurteilt, sondern heilt und auf Vergebung abzielt.“ Daran hat Papst Franziskus an diesem Sonntag beim Regina Coeli-Gebet erinnert.

Das Evangelium des Tages (Joh 14,15-21) legt zwei grundlegende Botschaften vor: das Halten der Gebote und die Verheißung des Heiligen Geistes durch Jesus, sagte der Papst. Die Gebote seien an die Liebe geknüpft, und diese Liebe sei nicht bloß ein Gefühl oder eine Sehnsucht des Menschen nach Gott, „nein, sie erfordert die Bereitschaft, seinem Weg zu folgen“. Hier kämen die Gebote ins Spiel, allen voran das Gebot der Nächstenliebe.

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Damit die Nachfolger Jesu, also die Gläubigen, auf diesem anspruchsvollen Weg nicht verlassen sind, schickt Gott ihnen einen „Beistand“, nämlich den Heiligen Geist, wie Jesus das seinen Jüngern im Sonntagsevangelium verspricht. „Der Geist selbst leitet, erleuchtet und stärkt sie auf ihrem Lebensweg“, erläuterte Franziskus. , „und er hilft ihnen, auch in Widrigkeit und Sorge, in Freud und Leid, auf dem Weg Jesu zu bleiben.“ Gerade „in der Erfahrung von Irrtum und Sünde, die wir alle machen, hilft uns der Heilige Geist, diesen nicht zu erliegen“.

„Der Heilige Geist ist Gott selbst, der uns hilft, freie Menschen zu sein“

Das Wort Gottes, und damit die Gebote, erhellen die Schritte der Gläubigen, so der Papst. Das sei ein Werk des Heiligen Geistes. „Er ist das Geschenk Gottes, er ist Gott selbst, der uns hilft, freie Menschen zu sein; Menschen, die lieben wollen und wissen, wie man liebt; Menschen, die verstanden haben, dass das Leben eine Mission ist: Die Mission, die Wunder zu verkünden, die der Herr in jedem vollbringt, der ihm vertraut.“

Papst freut sich über Wiederaufnahme der Gottesdienste

Wie bereits seit mehreren Wochen, übertrug der Vatikan das traditionelle sonntägliche Mittagsgebet mit dem Papst live aus der Bibliothek im Apostolischen Palas, mutmaßlich zum letzten Mal. Der Petersplatz ist – zusammen mit dem Petersdom – seit 10. März für Gläubige geschlossen, die Wiederöffnung ist für diesen Montag geplant. „Aber bitte halten wir uns an die Vorschriften, die uns gegeben werden, damit die Gesundheit des ganzen Volkes gewahrt bleibt", sagte Franziskus nach dem Regina Coeli, wobei er nicht näher auf die Papstbasiliken einging, stattdessen aber Italien erwähnte, das ab Montag wieder Heilige Messen mit physisch anwesenden Gläubigen zulässt.

Franziskus erinnerte auch an den 100. Jahrestag der Geburt des heiligen Johannes Paul II. am Montag. „Wir gedenken seiner mit großer Zuneigung und Dankbarkeit“, sagte Franziskus und verwies auf die Morgenmesse, die er am Montag um 7 Uhr im Petersdom an dem Altar feiern wird, unter dem die sterbliche Hülle des polnischen Papstes ruht. „Möge er vom Himmel aus weiter für das Volk Gottes und den Frieden in der Welt Fürsprache halten.“

Franziskus verwies auch auf die derzeit laufende Laudato-Si-Woche. Er hoffe, dass die Corona-Krise zu einem Nachdenken über einen besseren und gerechteren Lebensstil führe, so der Papst nach dem Regina-Coeli-Gebet. 

(vatican news – gs)

 

17 Mai 2020, 12:11